Gedenkstätte Landjuden an der Sieg
Highlights
- Die Gedenkstätte dokumentiert jüdisches Leben in der Siegregion vor 1933 und die spätere Vernichtung in 10 Räumen eines Fachwerkhauses.
- Ausgestellt sind Familienbesitz der Seligmanns, historische Unterlagen und Biografien ehemaliger Landjuden aus der Region.
- Seit 2024 zeigt die sanierte Ausstellung mit neuem Konzept das Leben und Schicksal jüdischer Familien vor Ort.
Tipps
- Ein zentraler Fokus liegt auf den Biografien der Familie Seligmann, deren Alltag und Geschichte im historischen Gebäude nachvollziehbar werden.
- Die barrierefreie Gestaltung ermöglicht einen ungehinderten Zugang zu allen Ausstellungsbereichen durch einen rollstuhlgerechten Eingang und angepasste Wegeführung.
Eigenschaften
Naturpark-Ausflug: Gedenkstätte Landjuden Sieg Windeck
Die Gedenkstätte Landjuden an der Sieg in Windeck ist ein bedeutender Ort der Erinnerung an das jüdische Leben in der Siegregion vor und während der NS-Zeit. Eingebettet in die ruhige Atmosphäre des Naturparks Bergisches Land bietet sie Besuchern eine bewegende Auseinandersetzung mit der Geschichte der hier lebenden jüdischen Familien. Das zweigeschossige Fachwerkhaus, in dem über Generationen die Familie Seligmann lebte, dient als zentraler Ort der Dokumentation.
Seit ihrer Wiedereröffnung im Jahr 2024 präsentiert die Gedenkstätte eine neu konzipierte Dauerausstellung, die in zehn Räumen und dem Flur das Alltagsleben, die Traditionen und die tragische Verfolgung der Landjuden aufzeigt. Ausgestellt sind originale Gegenstände wie Fotos, Bücher, Kultgegenstände und Möbelstücke aus dem Familienbesitz der Seligmanns sowie historische Unterlagen aus dem Kreisarchiv. Anhand individueller Biografien lassen sich die historischen Entwicklungen nachvollziehbar machen – von der Integration in die ländliche Gesellschaft bis hin zu den Verbrechen des Nationalsozialismus.
Besucher können die Ausstellung kostenlos erkunden. Für Gruppen ab zehn Personen werden auf Wunsch individuelle Führungen angeboten, die Einblicke in die Ausstellungsinhalte und die historische Bedeutung des Ortes vermitteln. Schulklassen profitieren von einem ermäßigten Tarif, bei dem die Teilnahmegebühr pro Schüler nur zwei Euro beträgt. Die Führung für Gruppen kostet zusätzlich einen Festpreis, während die Kosten für Schulklassen vollständig von der Führungspauschale abgedeckt werden.
Die Gedenkstätte verbindet auf sensible Weise Geschichte und Natur: Während die Ausstellung die Erinnerung an die Opfer wachhält, lädt die Umgebung zum Verweilen ein. Besonders im Kontext des Naturparks Bergisches Land wird deutlich, wie eng das jüdische Leben einst mit dem ländlichen Umfeld verwoben war – ein Ort, der zum Nachdenken und zur Reflexion einlädt.
Durch die sorgfältige Restaurierung ab 2016 und die aktuelle Neuaufbereitung der Ausstellung steht die Gedenkstätte heute als zeitgemäßer Lernort zur Verfügung. Sie richtet sich an Geschichtsinteressierte, Bildungsgruppen und alle, die sich mit den Themen Erinnerungskultur und lokaler Geschichte auseinandersetzen möchten.