Marienkirche
Highlights
- Die Marienkirche in Wismar wurde um 1260–70 als Hallenkirche erbaut und war Hauptpfarr- und Ratskirche der Hansestadt.
- Der 80,5 Meter hohe Turm ist das einzige erhaltene Bauwerk der 1960 gesprengten Kirche und dient heute als Wahrzeichen.
- Die Backsteinbasilika glich im Typus der Lübecker Marienkirche und war doppelt so groß wie das ursprüngliche Bauwerk.
Tipps
- Der 80,5 Meter hohe Turm der ehemaligen Marienkirche ist heute das einzige erhaltene Bauwerk und bietet eine beeindruckende Aussicht über Wismar.
- Parkplätze befinden sich direkt neben dem Turm, beispielsweise auch für Motorräder.
- Die zwölf Glocken der Turmuhr schlagen alle 15 Minuten und zu bestimmten Tageszeiten erklingen Choräle vom Glockenspiel.
Eigenschaften
Über Marienkirche
Die Marienkirche in Wismar zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Hansestadt und ist ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Backsteinbaukunst. Ursprünglich als Hallenkirche im 13. Jahrhundert erbaut, entwickelte sie sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer imposanten Backsteinbasilika, die maßgeblich vom Vorbild der Lübecker Marienkirche beeinflusst war. Bis zum Zweiten Weltkrieg galt sie als eine der schönsten Kirchen im norddeutschen Raum. Heute ist allein ihr über 80 Meter hoher Westturm erhalten, der weithin sichtbar zur See und innerhalb der Stadt ein markantes Wahrzeichen darstellt.
Die Baugeschichte der Kirche erstreckt sich über mehrere Jahrhunderte. Nach dem Abriss des ursprünglichen Chores wurde im 14. Jahrhundert ein neuer, basilikaler Umgangschor mit Kapellen errichtet. Das Langhaus wurde sukzessive umgebaut und schließlich in den 1370er Jahren vollendet. Kurze Zeit später erhielt der Westturm drei weitere Geschosse sowie einen hölzernen, kupferverkleideten Helm, der die Gesamthöhe auf etwa 120 Meter brachte. Im Laufe der Jahrhunderte wurden Veränderungen am Bau vorgenommen, darunter der Ersatz des gotischen Turmhelms durch einen Dachreiter. Doch der größte Einschnitt ereignete sich im April 1945, als die Kirche durch einen Luftangriff schwer beschädigt wurde.
Trotz Bemühungen um eine Rettung des Baus wurde das Kirchenschiff 1960 gesprengt, da eine Sicherung nicht mehr möglich war. Lediglich der massive Turm blieb erhalten. Heute dient der ehemalige Kirchenraum als kultureller Raum mit Ausstellungen in den erhaltenen Kapellen sowie einem 3D-Animationsfilm, der die Geschichte der Kirche und der Stadt anschaulich macht. Der rekonstruierte Grundriss des Kirchenschiffs lädt zum Verweilen ein und vermittelt eindrucksvoll die einstige Größe des Bauwerks. Fundamente und archäologische Elemente erzählen von der langen Geschichte der Marienkirche und ihrer Rolle als Rats- und Hauptpfarrkirche Wismars.
Der Turm selbst ist nicht nur architektonisches, sondern auch akustisches Zentrum der Stadt. Alle 15 Minuten läuten zwölf Glocken, die „was die Uhr geschlagen hat“, und mehrmals täglich erklingen Choräle über ein Glockenspiel. Die beeindruckenden Ziffernblätter mit einem Durchmesser von fünf Metern machen die Uhrzeit auch aus der Ferne sichtbar. Die Marienkirche ist somit nicht nur ein Denkmal der Baukunst, sondern auch ein lebendiges Zeugnis der Geschichte Wismars und ein lohnendes Ausflugsziel für Kulturinteressierte.