Denkmal/Gedenkstätte

Günnemann-Kotten

Brunebecker Str. 98, 58454 Witten

Highlights

  • Denkmalgeschütztes Fachwerkhaus (Vierständerbauweise) seit 1788, eines der letzten erhaltenen in Rüdinghausen mit historischer Hofgeschichte ab 1668.
  • Errichtet 1786–88 als Pächterhof für eine Familie, die die Hofstelle bereits seit 1682/89 bewirtschaftete – Zeugnis bäuerlicher Tradition und industrieller Einflüsse.

Tipps

  • Der Günnemann-Kotten bietet einen Einblick in die historische Fachwerkbauweise des 18. Jahrhunderts mit charakteristischen Vierständerkonstruktionen und denkmalgeschützten Details.
  • Der historische Hof dokumentiert die Verbindung von bäuerlicher Nutzung und kurfürstlicher Geschichte durch den Bauaufftrag eines Anwalts aus dem 17. Jahrhundert.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Günnemann-Kotten in Witten entdecken

Der Günnemann-Kotten in Witten-Rüdinghausen ist ein einzigartiges Kulturdenkmal, das mit seiner über 350-jährigen Geschichte und dem verwunschenen Charme eines historischen Fachwerkhofs besticht. Das denkmalgeschützte Gebäude entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Vierständer-Fachwerkhaus in klassischer Bauweise mit zweigeschossigem Wohn- und Wirtschaftsteil unter einem Satteldach. Es zählt zu den wenigen erhaltenen Fachwerkbauten der Region und spiegelt den Wandel der bäuerlichen Architektur wider – besonders durch die spätere Verblendung der Gefache mit Backsteinen im 19. Jahrhundert. Diese Mischung aus traditioneller Holzkonstruktion und steinerner Fassadengestaltung macht den Kotten zu einem faszinierenden Zeugnis vergangener Handwerkskunst.

Hinter dem Namen verbirgt sich eine bewegte Geschichte: Die Hofstelle existiert bereits seit 1668, doch das heutige Gebäude wurde 1788 von einer bäuerlichen Pächterfamilie errichtet, die die Stelle seit den 1680er Jahren bewirtschaftete. Der Name „Günnemann-Kotten“ leitet sich von einem der Kinder des kurfürstlichen Rats Johan Friderich von Omphal ab, der die Hofstelle als Teil seines Besitzes in der Grafschaft Mark förderte. Der Kotten diente ursprünglich als landwirtschaftlicher Mittelpunkt, doch seine Lage in der Nähe der Zechen prägte auch sein wirtschaftliches Schicksal – während die Bergbauaktivitäten Wasserprobleme verursachten, eröffneten sie gleichzeitig neue Einnahmequellen für die Bewirtschafter.

Über Jahrhunderte war der Günnemann-Kotten ein Ort des Lebens und Arbeitens, doch lange Zeit drohte er dem Verfall. Heute wird der historische Ort mit viel Eigenarbeit und fachkundiger Unterstützung wiederbelebt – von der Pflege des (Gemüse-)Gartens bis hin zur Entwicklung zukunftsfähiger Konzepte. Der Kotten erzählt so nicht nur von bäuerlichem Alltag, sondern auch von der Verbindung zwischen ländlicher Tradition und den industriellen Umbrüchen der Region.

Besonders reizvoll ist die Atmosphäre des Günnemann-Kotten: Zwischen den historischen Fachwerkwänden und dem weitläufigen Garten wirkt der Ort wie ein verstecktes Kleinod. Die unterschiedlichen Streben und Fassadengestaltungen verraten die Entwicklungsphasen des Gebäudes, während die umgebende Natur eine ruhige Kulisse schafft. Als einzigartiges Kulturdenkmal in Rüdinghausen und Umgebung bietet der Ort Einblicke in die regionale Geschichte – von der kurfürstlichen Grafschaft Mark bis hin zu den sozialen und wirtschaftlichen Wechselwirkungen mit den nahen Zechen. Wer hier vorbeikommt, taucht in eine Zeitreise ein, die Handwerk, Landwirtschaft und den Wandel der Landschaft vereint.

Der Günnemann-Kotten steht damit für das Erbe einer Region, die sich zwischen ländlicher Idylle und industrieller Prägung bewegt. Sein Erhalt ist nicht nur ein Schutz kulturellen Erbes, sondern auch ein Zeichen dafür, wie Geschichte lebendig gehalten werden kann – durch Respekt vor dem Vergangenen und den Mut, es für die Zukunft zu bewahren. Für Besucher wird der Ort so zu einem Ort der Begegnung mit der Vergangenheit, der Neugier weckt und zum Verweilen einlädt.

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