Denkmal/Gedenkstätte

Schlosskirche Lutherstadt Wittenberg

Schloßpl. 1, 06886 Wittenberg

Highlights

  • Hier wurde 1517 Luthers Thesenanschlag vollzogen – Beginn der Reformation mit globaler Wirkung.
  • Neugotische Umgestaltung (1883–1892) als Denkmal der Reformation: Altar, Fürstengestühl und Chororgel prägten das heutige Erscheinungsbild.
  • Rollstuhlgerechter Zugang, Parkplätze und barrierefreie Angebote ermöglichen allen Besuchern den Zugang zu diesem historischen Kirchenbau.

Tipps

  • Ein rollstuhlgerechter Zugang ermöglicht Besuchern mit Mobilitätseinschränkungen den barrierefreien Zutritt zur Schlosskirche.
  • Auf dem vor der Kirche befindlichen Parkplatz stehen rollstuhlgerechte Stellplätze zur Verfügung, um einen ungehinderten Zugang zu gewährleisten.
  • Barrierefreie Toiletten sind in der Nähe des Eingangsbereitschaft vorhanden, um den Besuch komfortabel zu gestalten.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Schlosskirche Wittenberg – Kulturdenkmal entdecken

Die Schlosskirche in Wittenberg ist eines der bedeutendsten Denkmäler der Reformation und ein zentraler Ort der evangelischen Kirchengeschichte. Als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Luthers Erinnerungsstätten in Eisleben und Wittenberg“ verbindet sie historische Pracht mit reformatorischer Tradition. Ursprünglich 1503 als Schlosskapelle der Wittenberger Residenz errichtet, diente sie später als Predigtstätte Martin Luthers und Philipp Melanchthons. Die Kirche war eng mit der 1502 gegründeten Wittenberger Universität verbunden, die zu einem Zentrum des Humanismus wurde.

Das Innere der Schlosskirche wurde mehrfach umgestaltet, etwa nach Zerstörungen im Siebenjährigen Krieg und während der Befreiungskriege. Besonders prägend war die neugotische Umgestaltung ab 1883 unter Leitung des Architekten Friedrich Adler, die sie zu einem „Denkmal der Reformation“ ausbauen sollte. Heute beeindrucken Besucher:innen ein neugotischer Altar aus französischem Sandstein, ein Fürstengestühl sowie eine nach gotischen Vorbildern gestaltete Kanzel. Ein besonderes Highlight ist die „Thesentür“ von 1858, die an Luthers Anschlag der 95 Thesen erinnert – basierend auf dem erhaltenen steinernen Gewände mit der Jahreszahl 1499.

Die Schlosskirche beherbergt zudem bedeutende Kunstwerke und Relikte. Dazu zählen das Standbild des Theologen Johannes Bugenhagen, die Glasfenster der Europäischen Reformatoren von Renate Brömme sowie das mitteldeutsche Fenster mit Wappen reformationsfreundlicher Städte. Einzigartig sind auch die Epitaphien der Kurfürsten Friedrich der Weise und Johann Friedrich der Großmütige, die ursprünglich im Franziskanerkloster standen und später hierher übertragen wurden. Seit 2016 ergänzt eine Chororgel im englischen Stil das musikalische Erbe der Kirche.

Als barrierefreier Ort bietet die Schlosskirche rollstuhlgerechte Zugänge und Parkplätze sowie moderne Sanitäranlagen. Führungen – öffentlich oder individuell buchbar – ermöglichen Einblicke in die reformatorische Geschichte und die künstlerische Ausstattung. Die Kirche bleibt damit nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein lebendiges Museum der europäischen Kirchenreform.

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