Kirche/Kloster

Evangelische Kirche Groß Särchen

Wittichenauer Str. 1, 02999 Lohsa-Groß Särchen

Highlights

  • Die evangelische Kirche Groß Särchen stammt aus dem 17. Jahrhundert und besteht aus Fachwerk auf steinernem Sockel.
  • Bauwerke wie der Altarstein (14. Jh.), ein spätgotisches Kruzifix und eine 1868 erbaute Orgel von Ladegast prägen die Kirche.
  • Die Gemeinde liegt im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und ist seit 1542 evangelisch.

Tipps

  • Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen ungehinderten Zugang zur Kirche für alle Besucher.
  • Ein barrierefreier Parkplatz direkt am Kirchgebäude steht für die Anreise zur Verfügung.
  • Der historische Altarstein aus dem 14. Jahrhundert befindet sich am Turmeingang und zeigt die frühe Baugeschichte der Kirche.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Evangelische Kirche Groß Särchen: Kultur & Sakral in Lohsa-Groß Särchen

Die Evangelische Kirche Groß Särchen im Herzen von Lohsa-Groß Särchen ist ein historisches Juwel im Norden des Landkreises Bautzen und ein zentraler Ort der regionalen Kultur- und Kirchengeschichte. Ihre Ursprünge reichen bis in die Zeit der slavischen/sorbischen Besiedlung zurück, als der Ort um 1374/1385 erstmals als „Zore“ erwähnt wurde. Schon damals stand hier eine erste Kapelle, von der heute noch zwei bedeutende Relikte zeugen: ein roher Altarstein („mensa“), der heute am Turmeingang zu finden ist, sowie ein spätgotischer Corpus eines Kruzifixus, das Zeugnis der handwerklichen Kunst der Gotik bewahrt.

Der heutige Kirchenbau entstand im Jahr 1692 als Ersatz für die ältere Kapelle und folgt dem typischen Aufbau einer ländlichen Feldsteinkirche mit Fachwerkaufbau. Besonders auffällig ist die Kanzel, die nicht wie üblich an der Wand steht, sondern mitten in den Altar integriert wurde – ein ungewöhnliches, aber charakteristisches Merkmal dieser Kirche. Die Namenspatronin Barbara erhielt im späten 20. Jahrhundert einen Platz am Kanzelkorb, während der Innenraum mit seiner schlichten, aber harmonischen Gestaltung bis heute den Geist der Reformation widerspiegelt. Die Gemeinde erhielt 1542 ihren ersten evangelischen Pfarrer, was die Bedeutung des Ortes für die regionale Glaubensgeschichte unterstreicht.

Ein besonderes Highlight ist die Orgel mit zwei Manualen und Pedal, die 1868 von der renommierten Firma Friedrich Ladegast unter der Leitung von Conrad Geissler erbaut wurde. Das Instrument verkörpert nicht nur handwerkliche Meisterschaft, sondern auch die musikalische Tradition der Region. Ergänzt wird der Kirchenraum durch ein Kriegerdenkmal sowie eine historische Kirchenuhr, die an die bewegte Geschichte des Ortes erinnern. Die Kirche ist zudem barrierefrei zugänglich – mit rollstuhlgerechtem Eingang und Parkplatz – und lädt Besucher ein, die stille Atmosphäre und die zeitlosen Werte des Sakralbaus zu erleben.

Für Geschichtsinteressierte und Andächtige gleichermaßen bietet die Evangelische Kirche Groß Särchen einen einzigartigen Einblick in die Entwicklung der Region. Neben den baulichen Besonderheiten finden sich hier auch literarische Spuren: So wird vermutet, dass die Kirche mit ihrer Lage am Jakobsbrunnen Bezug zu biblischen Motiven wie der Begegnung Jesu mit der samaritischen Frau (Johannes 4,15) nimmt. Die Kirche steht somit nicht nur als architektonisches Denkmal, sondern auch als Ort der Besinnung und des kulturellen Erbes im Herzen der Oberlausitz.

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