Burgruine Ratzenried
Highlights
- Die Burgruine Ratzenried ist eine ehemalige Dienstmannenburg des Allgäus und zählt heute zu den bedeutendsten Burgruinen Württembergs.
- Nach ihrer Zerstörung durch die Schweden 1632 wurde sie nie wieder aufgebaut und diente als Baustofflieferant für das Dorf.
- Seit 1983 wird die Ruine durch den Heimatverein Ratzenried saniert und ist mittlerweile vollständig gesichert.
Tipps
- Burgruine Ratzenried ist besonders im Herbst eine sehenswerte Destination, ideal zum Spazieren und Picknicken mit Tischen und Bänken vor Ort.
- Die nahegelegene Burganlage lädt zu einer gemütlichen Runde ein, ergänzt durch den Blick auf den angrenzenden, teilweise zugefrorenen See.
- Historisch interessierte Besucher können die ausführliche Geschichte der Burg im Heimatverein Ratzenried nachlesen oder vor Ort Informationsmaterialien einsehen.
Eigenschaften
Über Burgruine Ratzenried
Die Burgruine Ratzenried liegt im baden-württembergischen Argenbühl und zählt zu den bedeutenden historischen Sehenswürdigkeiten der Region. Ursprünglich im Besitz des Klosters St. Gallen, wurde die erste Burg vermutlich im frühen Mittelalter auf dem heutigen Burgplatz errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach; verschiedene Adelsgeschlechter wie die Esel von Ratzenried, die Sürgen oder die Prassberg hielten zeitweise die Herrschaft über die Anlage. Besondere Blüte erlebte die Burg um die Jahrhundertwende des 15. zum 16. Jahrhundert, als die Brüder Jos und Jacob Humpiß aus Ravensburg die Anlage grundlegend ausbauen und zu einer der größten Dienstmannenburgen des Allgäus erweitern ließen.
Die einst prächtige Burganlage erstreckte sich über einen beeindruckenden Grundriss mit einer Länge von rund 220 Metern und einer Breite von etwa 75 Metern. Sie gliederte sich in mehrere Bauteile und war durch drei Brücken verbunden. Ihre Größe und architektonische Ausrichtung zeugen von ihrer ehemaligen Bedeutung als Verwaltungs- und Machtzentrum. Eine Zerstörung durch schwedische Truppen im Jahr 1632 führte zum endgültigen Niedergang der Burg. Die Kosten für den Wiederaufbau wurden als zu hoch eingeschätzt, weshalb die Anlage aufgegeben wurde. Im Zuge der Säkularisation 1803 ging das Lehen an den österreichischen Kaiser Franz II. über, ehe es später an andere Adelsgeschlechter weitergegeben wurde.
Im Laufe der Zeit dienten Teile der Burg als Baustofflieferant für die umliegende Ortschaft. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Ruine als eine der herrlichsten und ausgedehntesten des Königreichs Württemberg beschrieben. 1870 ließ Graf Paul Ignatz von Beroldingen auf dem Gelände eine Gruftkapelle im neugotischen Stil errichten, die 1904 wieder abgebrochen wurde. Seit der Gründung des Heimatvereins Ratzenried im Jahr 1983 wurde der weitere Verfall gestoppt. Ein Dienstbarkeitsvertrag aus dem Jahr 1985 zwischen den beteiligten Institutionen ermöglichte umfangreiche Sanierungsarbeiten, die bis in die Gegenwart andauern. Besonders der nördlichste Teil der Anlage, die sogenannte Barbakane, wurde in den Jahren 2006 und 2007 gesichert.
Heute lädt die Burgruine Ratzenried zu einem kulturhistorischen Ausflug ein. Die erhaltenen Mauerreste und der weiträumige Geländeausblick bieten Besucherinnen und Besuchern eine anschauliche Vorstellung der ehemaligen Größe. Picknickmöglichkeiten und Sitzgelegenheiten im direkten Umfeld ermöglichen einen angenehmen Aufenthalt, etwa beim Genuss eines Sonnenuntergangs. Die Ruine ist sowohl für Spaziergänge als auch für historisch interessierte Besuche geeignet und zeigt eindrucksvoll die Entwicklung der Region vom Mittelalter bis in die Neuzeit.