Ev. Pfarramt Bavendorf
Highlights
- Evangelisches Pfarramt in Bavendorf seit 1887 als eigenständige Gemeinde mit historischem Pfarrhaus und Friedhof seit 1902.
- Seit 1846 fanden Gottesdienste im Ortsteil Wälde statt; 1892 folgte der Schulbetrieb im selben Gebäude wie die Gemeinde.
- Kirchliche Gemeinschaft mit Posaunenchor (ab 1928) und Gesangverein (gegründet 1911), nach Unterbrechung 1954 wieder aktiviert.
Tipps
- Der Zugang zum Pfarramt erfolgt über den historischen Pfarrgarten, der sich direkt an den Hauptgebäudeanschluss anschließt und für Besucher frei zugänglich ist.
- Ein separater Betsaal auf dem Gelände bietet eine ruhige Möglichkeit zur Andacht oder stillen Besinnung außerhalb der regulären Gottesdienstzeiten.
- Die historische Architektur des Pfarrhauses aus dem Jahr 1896 zeigt typische Merkmale des süddeutschen Landstils mit Fachwerk- und Ziegelverbänden.
Eigenschaften
Ev. Pfarramt Bavendorf – Kultur & Sakral in Ravensburg
Das Evangelische Pfarramt Bavendorf in Ravensburg-Bavendorf ist ein historisch bedeutsames Zentrum der evangelischen Gemeinde im Ortsteil Wälde. Die Wurzeln der evangelischen Präsenz reichen bis ins Jahr 1846 zurück, als sich Gläubige im Haus der Familie Leuze zum gemeinsamen Gottesdienst versammelten. Erst 1887 wurde die Gemeinde offiziell gegründet und erhielt mit dem Neubau des Pfarrhauses 1896 einen festen Sitz – ein Meilenstein für die lokale Kirchengemeinschaft.
Das Pfarrhaus diente nicht nur als Wohnsitz für die Geistlichen, sondern war auch Schauplatz schulischer Aktivitäten. Seit Januar 1892 fand im Schulsaal des Gebäudes Unterricht statt, zunächst für evangelische Kinder gemeinsam mit katholischen Schülern aus den umliegenden Orten Danketsweiler, Hasenweiler, Horgenzell, Kappel und Wilhelmskirch. Die räumliche Nähe zu diesen Nachbardörfern prägte die frühe Entwicklung der Gemeinde, die sich zunehmend als eigenständige Einheit etablierte.
Die spirituelle und musikalische Lebenswelt der Gemeinde wurde durch verschiedene Vereine bereichert. Bereits 1888 entstand ein Betsaal als separater Fachwerksbau auf dem Grundstück, der den Gottesdiensten einen eigenen Raum bot. 1911 folgte die Gründung eines „Kirchengesang-Vereins“, der die Gemeinschaft durch gemeinsames Singen stärkte. Später, 1928, kam ein Posaunenchor hinzu, dessen Tradition nach einer Unterbrechung während der NS-Zeit 1954 von Albert Stiefel wiederbelebt wurde – ein Zeichen für die anhaltende Verbundenheit der Gemeinde mit musikalischem Ausdruck.
Die Entwicklung der Gemeinde war eng mit ihrer eigenen Identität verbunden: 1902 wurde ein Friedhof eingeweiht, der bis heute als ruhiger Ort der Erinnerung dient. Das Pfarramt selbst bleibt bis heute ein zentraler Ort für Seelsorge, Gemeindeleben und historische Kontinuität. Mit einer Bewertung von 4,3 Sternen spiegeln die Besucher die Bedeutung des Ortes für die Region wider – als Ort der Tradition, des Zusammenhalts und des spirituellen Austauschs.