Fußgängereingang Gedenkstätte JVA Wolfenbüttel
Highlights
- Die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel thematisiert Justiz und Strafvollzug im Nationalsozialismus.
- Ein Schwerpunkt der Arbeit sind Kontakt und Zusammenarbeit mit Angehörigen von Gefangenen.
- Die frühere Hinrichtungsstätte ist nur nach Voranmeldung besuchbar.
Tipps
- Der Eingang zur Gedenkstätte ist gut gekennzeichnet. Eine freundliche Mitarbeiterin am Empfang gibt Auskunft über den Besuch und die Ausstellung.
- Die Dauerausstellung im Dokumentationszentrum ist interaktiv gestaltet und vermittelt umfassend Informationen über Justiz und Strafvollzug im Nationalsozialismus.
- Führungen sind sehr empfehlenswert und müssen im Voraus gebucht werden. Sie bieten vertiefende Einblicke in die Geschichte der Gedenkstätte.
Eigenschaften
Über Fußgängereingang Gedenkstätte JVA Wolfenbüttel
Die Gedenkstätte in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel erinnert eindrucksvoll an die Geschichte von Justiz und Strafvollzug während des Nationalsozialismus. Sie befindet sich am historischen Standort des ehemaligen Strafgefängnisses Wolfenbüttel, das von 1933 bis 1945 zur zentralen Haftanstalt des Freistaates Braunschweig wurde. In dieser Zeit diente es als Teil eines weitreichenden Netzwerks aus Justizhaftstätten und war Schauplatz politischer Repression, willkürlicher Verurteilungen und systematischer Gewalt. Besonders tragisch ist die Rolle der 1937 eingerichteten Hinrichtungsstätte, in der Hunderte von Menschen hingerichtet wurden.
Im Mittelpunkt der Dauerausstellung im neu errichteten Dokumentationszentrum steht die Lebenswirklichkeit der Insassen sowie die Mechanismen nationalsozialistischer Justizwillkür. Thematisiert werden unter anderem die Bedingungen im Gefängnisalltag, die Verfolgung politischer Gegner, rassistische und soziale Ausgrenzung, die Verfolgung von Homosexuellen sowie die zunehmende Zahl ausländischer Häftlinge im Verlauf des Zweiten Weltkriegs. Die Ausstellung vermittelt nicht nur Fakten, sondern erzählt persönliche Schicksale – anschaulich, emotional und lehrreich. Besucher*innen erhalten so einen tiefen Einblick in eine bis heute zu wenig beachtete Seite der NS-Verbrechen.
Die Gedenkstätte versteht sich nicht nur als Ort der Erinnerung, sondern auch als Bildungseinrichtung. Sie bietet ein vielfältiges Programm für Schulklassen, Studiengruppen und interessierte Einzelpersonen. Neben Führungen und Workshops werden Angehörige sowie Forschende bei Recherchen unterstützt. Die ständige Zusammenarbeit mit Familienangehörigen der Opfer ist ein zentraler Bestandteil der Arbeit. Die Dauerausstellung ist kostenlos zugänglich und kann eigenständig besucht werden. Für die historischen Teile der Anlage, darunter die ehemalige Hinrichtungsstätte, ist eine Voranmeldung für Gruppen erforderlich.
Die Gedenkstätte in Wolfenbüttel ist ein wichtiger Ort, um die Verbrechen des Nationalsozialismus im Bereich der Justiz und des Strafvollzugs zu reflektieren. Sie lädt dazu ein, sich mit den Folgen totalitärer Systeme auseinanderzusetzen und mahnt, diese nie zu vergessen. Mit ihrem informativen und sensibel gestalteten Angebot richtet sie sich gleichermaßen an Jugendliche und Erwachsene und trägt dazu bei, das Bewusstsein für die Werte von Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde zu stärken.