Denkmal/Gedenkstätte

Sonnenuhr

Lessingstraße, 38300 Wolfenbüttel

Highlights

  • Die Sonnenuhr in Wolfenbüttel wurde 1738 von Johann Friedrich Penther aus Sandstein errichtet.
  • Sie verfügt über zwölf Zeitmesser in drei Ebenen und steht seit 1968 vor der Herzog August Bibliothek.
  • Die Gestaltung zeigt einen dreistufigen Sockel, Muschelreliefs und einen Obstkorb aus Kalkstein.

Tipps

  • Die Sonnenuhr vor der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel ist ein spätbarockes Denkmal aus Sandstein mit zwölf Zeitmessern und befindet sich seit 1968 auf dem Lessingplatz.
  • Gestaltet wurde das Werk 1738 vom Mathematiker und Architekten Johann Friedrich Penther, ursprünglich für den Lustgarten in Wernigerode errichtet.
  • Die Sonnenuhr verfügt über eine dreiteilige Struktur mit Sockel, Mittelkörper und Verdachung, reich verziert mit Jakobsmuscheln, Akanthusblättern und Girlanden.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Sonnenuhr

Die Sonnenuhr in Wolfenbüttel ist ein bemerkenswertes Zeugnis spätbarocker Kunst und Technik. Errichtet im Jahr 1738 durch den Mathematiker und Architekten Johann Friedrich Penther, zählt sie zu den bedeutenden historischen Zeitmessern Niedersachsens. Ursprünglich im Auftrag des Grafen Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode für den Lustgarten in Wernigerode geschaffen, befand sie sich später im Besitz des Barons von Münchhausen in Hedwigsburg, bevor sie 1956 der Herzog August Bibliothek geschenkt wurde. Seit 1968 thront die Sandsteinskulptur auf dem Lessingplatz direkt vor dem Hauptgebäude der Bibliotheca Augusta und ist dort unter Denkmalschutz gestellt.

Die Gestaltung der Sonnenuhr ist komplex und reichhaltig. Sie erhebt sich auf einem dreistufigen Treppensockel, der durch profilierte, segmentbogenförmige Stufenantritte strukturiert ist. Der eigentliche Uhrkörper gliedert sich in Sockel, Mittelteil und eine Verdachung mit Obstkorb-Krone. Der quadratische Sockel verbindet sich über ein Beschlagwerk mit dem Mittelkörper, der durch vier große Jakobsmuscheln geformt ist. Die Eckübergänge sind mit Akanthusblättern verziert. Die Verdachung wiederum zeigt auf jeder Seite eine konkav gearbeitete Jakobsmuschel, die als weitere Zeitmessfläche dient. Die gesamte Anlage wird durch einen aus Thüster Kalkstein nachempfundenen Obstkorb abgeschlossen, da das Original keine historischen Vorlagen hatte.

Die Sonnenuhr verfügt über insgesamt zwölf Zeitmesser, die auf drei verschiedenen Ebenen angebracht sind. Vier davon befinden sich auf den steinernen Rundkörpern des Treppensockels, weitere vier auf den Außenseiten der Muscheln des Mittelkörpers und die letzten vier in den konkaven Innenseiten der Verdachung. Die Zeitanzeiger bestehen aus unterschiedlichen Materialien – teils aus bläulichem Hartgestein, teils aus Metall – und sind erdachsparallel ausgerichtet, um präzise Schatten zu werfen. Die Stundenmarkierungen sind tief in den Sandstein gemeißelt und mit Blattgold ausgelegt, was die Lesbarkeit bei Sonnenlicht verbessert.

Die Konstruktion basiert auf den Prinzipien der Gnomonik, wie sie Penther in seinem Werk „Gnomonica Fundamentalis“ darlegte. Die Kombination horizontaler und vertikaler Sonnenuhren ermöglicht eine Vielzahl von Zeitmessungen, die den Sonnenstand an diesem spezifischen geografischen Standort widerspiegeln. Die Sonnenuhr ist nicht nur ein funktionstüchtiges Instrument, sondern auch ein kunstvolles Denkmal, das Mathematik, Architektur und bildende Kunst miteinander verbindet. Sie ist dem Philosophen und Astronomen Giordano Bruno gewidmet und steht damit auch symbolisch für die Verbindung von Wissenschaft und Kunst im barocken Zeitalter.

Bewertungen

4,0 (1) 4.0 aus 1 Bewertung (Google)

Auf Google

4,0 (1) 4.0 · 1 Bewertung auf Google
Auf Google ansehen

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…