Hehlinger Roland
Highlights
- Der Hehlinger Roland ist seit 2012 als Reiterstandbild auf dem Marktplatz von Hehlingen (Wolfsburg) aufgestellt.
- Er gilt als älteste Darstellung der Rolandsage außerhalb von Gemeinde-Siegeln und wurde 1930 erstmals dokumentiert.
Tipps
- Der Hehlinger Roland befindet sich auf einer erhöhten Ebene ohne klassischen Denkmalsockel, was die besondere Positionierung der Statue betont.
- Die Statue entstand im Rahmen der 900-Jahr-Feier Hehlingens und markiert damit einen historischen Meilenstein des Ortsteils.
- Fotografische Aufnahmen der Statue und der umliegenden Umgebung sind unter der Rubrik ‚Galerie‘ auf der Vereinswebsite abrufbar.
Eigenschaften
Hehlinger Roland – Kulturdenkmal in Wolfsburg
Der Hehlinger Roland ist eine markante Statue, die seit 2012 als zentrales Wahrzeichen des Wolfsburganer Ortsteils Hehlingen steht. Die Figur entstand im Rahmen der 900-Jahr-Feier der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes und wurde auf Initiative des Kulturvereins *Hehlinger Roland e.V.* realisiert. Die Statue verkörpert den legendären Roland, eine Figur aus der mittelalterlichen Sagenwelt, die in vielen Regionen Deutschlands als Symbol für Freiheit und Recht steht. Besonders bemerkenswert ist, dass der Hehlinger Roland eine der ältesten Darstellungen der Rolandsage außerhalb von Gemeinde-Siegeln darstellt – eine Fahne mit der Jahreszahl 1930 gilt als früheste bildliche Überlieferung der Sage in dieser Region.
Die Gestaltung des Hehlinger Rolands orientiert sich an historischen Vorbildern, etwa an einem Reiterstandbild aus dem 19. Jahrhundert, das einst auf dem Marktplatz von Hehlingen stand und heute im Museum Haldensleben (Sachsen-Anhalt) zu besichtigen ist. Während der Sockel der heutigen Figur bewusst als flache Ebene ohne klassisches Denkmalsgestühl ausgeführt ist, hebt sich die Statue durch ihre klare, moderne Formensprache von traditionellen Roland-Darstellungen ab. Die Wahl des Standortes im Ortskern unterstreicht ihre Bedeutung als Identifikationsfigur für die Hehlinger Bevölkerung.
Neben der Statue selbst prägt die Rolandsage die lokale Kulturgeschichte. Eine der bekanntesten Überlieferungen ist die Sage vom *„Gespenst Langwitt“* aus dem Jahr 1934, die als früheste schriftliche Erwähnung der Hehlinger Roland-Legende gilt. Die Sage erzählt von einem mysteriösen Reiter, der nachts durch die Straßen zieht und mit seiner Erscheinung an die mythische Figur des Rolands anknüpft. Diese Verbindung zwischen Sagenwelt und realer Statue macht den Hehlinger Roland zu einem faszinierenden Ort für Geschichtsinteressierte und Kulturbegeisterte.
Die Entstehung der Statue war von bürgerschaftlichem Engagement geprägt. Nach jahrelangen Planungen und einer Phase der Vereinsreform wurde 2012 der neue Roland feierlich enthüllt – ein Meilenstein, der die 900-jährige Geschichte Hehlingens sichtbar machte. Die Statue dient seitdem als Treffpunkt für Veranstaltungen, Feste und kulturelle Aktivitäten, etwa im Rahmen des jährlichen *„Theaterspektakels“* oder anderer ortsbezogener Feiern. Ihr Standort im Herzen des Ortsteils lädt Einheimische und Besucher ein, die Verbindung zwischen Sage, Geschichte und Gegenwart zu erleben.
Für Besucher bietet der Hehlinger Roland nicht nur ein ansprechendes Fotomotiv, sondern auch einen Einblick in die lebendige Tradition des Ortes. Die Statue ist Teil eines größeren kulturellen Erbes, das von historischen Überlieferungen bis hin zu modernen Vereinskulturen reicht. Wer sich für regionale Sagen, Denkmäler oder die Geschichte Wolfsburgs interessiert, findet am Hehlinger Roland einen besonderen Anknüpfungspunkt – fernab von klassischen Touristenpfaden, aber tief verwurzelt im lokalen Selbstverständnis.