Otto Feldstein
Eigenschaften
Ausflug Kultur Denkmal Otto Feldstein Woltersdorf
Der historische Ort Woltersdorf im brandenburgischen Kreis Oder-Spree beherbergt eine bemerkenswerte kulturelle und architektonische Sehenswürdigkeit: die evangelische Dorfkirche, die unter dem Namen „Otto Feldstein“ bekannt ist. Diese Kirche ist ein beeindruckendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und religiöser Tradition, das Besucher aus nah und fern anzieht. Als Teil der evangelischen Kirchengemeinde in Lostau steht das Gotteshaus unter Denkmalschutz und zählt zu den bedeutenden Kulturdenkmälern der Region.
Das Kirchengebäude selbst stammt aus dem hohen Mittelalter und wurde vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet. Es handelt sich um einen spätromanischen Saalbau aus Feldstein, der ursprünglich als Wehrkirche konzipiert wurde. Die ursprüngliche Baustruktur umfasst einen quadratischen Chor sowie eine halbkreisförmige Apsis. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrfach umgebaut und erweitert, darunter der Anbau eines quadratischen Turmes an der Westfront, der später mit einer geschweiften Haube und einer Laterne versehen wurde. In der Zwischenkriegszeit erhielt der Turm ein schlichtes Zeltdach.
Das Innere der Kirche begeistert durch seine kunstvolle barocke Ausstattung aus dem 18. Jahrhundert. Zu den bemerkenswerten Elementen zählen die reich geschnitzte Kanzel, ein mehrgliedriger Altar sowie erhaltene Deckenmalereien, die den geschichtlichen und künstlerischen Reichtum des Ortes widerspiegeln. Ein besonders altes und bedeutendes Inventarstück ist das spätromanische Taufbecken, das noch aus der Zeit unmittelbar nach der Erbauung der Kirche stammt. Hinzu kommt eine Bronzeglocke aus dem 17. Jahrhundert, die mit dem Wappen der adeligen Familie von Lossow verziert ist und bis heute ihren Klang bewahrt.
Die Geschichte der Kirche ist eng verknüpft mit der Entwicklung der umliegenden Region. Woltersdorf gehörte einst zum historischen Biederitz, das bis ins 17. Jahrhundert zur Stadt Magdeburg zählte. Bereits damals bestand eine Kapelle, und der Zehnt der Pfarrei wurde an das Moritzkloster vergeben. Später wurde Woltersdorf Teil des Stifts Unser Lieben Frauen, das unter Erzbischof Norbert von Xanten als Prämonstratenserkloster reformiert worden war. Mit der Reformation wandelte sich die kirchliche Zugehörigkeit: Die Gemeinde trat dem evangelischen Glauben bei und gehört heute zur evangelischen Kirchengemeinde in Lostau.