Denkmal/Gedenkstätte

ehemalige Synagoge Heppenheim an der Wiese

Dorfgrabenstraße 103, 67246 Worms

Highlights

  • Ehemalige Synagoge in Worms (Heppenheim an der Wiese) aus dem 19. Jh., Zentrum der jüdischen Gemeinde mit bis zu 72 Mitgliedern 1861.
  • Gemeinde organisierte 1887/1895 Spendensammlungen für soziale und gemeinnützige Zwecke in Rheinhessen.
  • Jüdische Bevölkerung sank im 19. Jh. von 59 (1855) auf 44 (1900) – letzte Synagoge vor dem Zweiten Weltkrieg.

Tipps

  • Die ehemalige Synagoge in Worms bietet Einblicke in die Architektur und Geschichte jüdischer Gemeinden des 19. Jahrhunderts.
  • Ein Besuch ermöglicht die Auseinandersetzung mit der Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in der Region seit dem frühen 1800.
  • Die Ausstellungsstücke verdeutlichen historische Spendensammlungen und das Gemeinschaftsleben jüdischer Gemeinden des 19. Jahrhunderts.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge Heppenheim – Kulturdenkmal in Worms

Die ehemalige Synagoge in Heppenheim an der Wiese zählt zu den historischen Zeugnissen jüdischer Kultur in der Region Worms. Die jüdische Gemeinde in Heppenheim entwickelte sich ab dem 18. Anfang des 19. Jahrhunderts lebten hier nur wenige jüdische Familien, doch im Laufe des Jahrhunderts stieg die Zahl der jüdischen Bewohner vorübergehend an – etwa zwischen 1855 und 1861, als rund 70 Personen gezählt wurden. Später ging die Gemeinde jedoch wieder zurück, sodass zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur noch etwa 40 jüdische Einwohner verzeichnet wurden.

Die Synagoge selbst war ein zentraler Ort des jüdischen Gemeindelebens. Neben religiösen Versammlungen fanden hier auch soziale und karitative Aktivitäten statt, wie Spendensammlungen für gemeinnützige Zwecke belegen. So wurden etwa 1887 und 1895 in Heppenheim an der Wiese Spendenaktionen für „höchst dringliche edle Zwecke“ durchgeführt, die das Engagement der jüdischen Gemeinschaft in der Region widerspiegeln. Solche Initiativen waren typisch für jüdische Gemeinden, die sich oft um Hilfsprojekte in der eigenen und benachbarten Gemeinden kümmerten.

Die ehemalige Synagoge steht heute als stummes Denkmal für die Geschichte der jüdischen Präsenz in Heppenheim an der Wiese. Trotz ihrer historischen Bedeutung ist die genaue Aufarbeitung der Gemeindegeschichte teilweise durch Verwechslungen mit dem benachbarten Heppenheim an der Bergstraße erschwert. Dennoch bleibt sie ein bedeutendes Kulturdenkmal, das an das Leben und Wirken der jüdischen Einwohner erinnert. Die Synagoge ist ein Beispiel für die kulturelle Vielfalt der Region und die lange Tradition jüdischer Ansiedlung in Rheinhessen.

Als historische Sehenswürdigkeit bietet die ehemalige Synagoge Einblicke in die Entwicklung jüdischer Gemeinden im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sie steht im Kontext weiterer jüdischer Stätten in der Umgebung, etwa in Worms, das als eine der ältesten jüdischen Siedlungsorte Deutschlands gilt. Die Synagoge selbst ist ein Zeugnis des religiösen und sozialen Lebens der jüdischen Bevölkerung, das bis heute an die Geschichte der Region erinnert.

Besucher können hier die Spuren einer längst verschwundenen, aber prägenden Gemeinschaft nachspüren. Die ehemalige Synagoge Heppenheim an der Wiese ist somit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein Teil des kulturellen Erbes der Region, das die Vielfalt und Geschichte der jüdischen Präsenz in Rheinhessen dokumentiert.

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