Denkmal/Gedenkstätte

Kriemhilds Rosengarten - Land-Art von Eichfelder

Am Rhein 9, 67549 Worms

Highlights

  • Land-Art-Projekt ‚Kriemhilds Rosengarten‘: 224 winterharte Rosenstöcke bilden ein 150 m langes Labyrinth am Wormser Rheinufer.
  • Drei Linden symbolisieren eine Jahrhunderte wachsende Baumgruppe – inspiriert vom Nibelungenepos und lokaler Sage.
  • Rollstuhlgerechter Zugang ermöglicht barrierefreien Zugang zum Kunstwerk, das Nibelungenthemen ganzjährig erlebbar macht.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Zugang zum Kunstwerk und den umliegenden Wegen.
  • Die beiden zentralen Elemente – das Rosenlabyrinth sowie die symbolische Lindenformation – verändern sich saisonal und spiegeln so den natürlichen Jahreszyklus wider.
  • Die Beschilderung im Labyrinth verweist auf mythische Bezüge wie ‚troie‘, was die Verbindung zu antiken und mittelalterlichen Sagen Traditionen aufgreift.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Worms: Kriemhilds Rosengarten – Land-Art von Eichfelder

„Kriemhilds Rosengarten“ von Eichfelder ist ein faszinierendes Land-Art-Projekt am Wormser Rheinufer, das die legendäre Nibelungensage lebendig werden lässt. Inspiriert vom mittelalterlichen Epos „Nibelungenlied“ und der Vorstellung eines von Kriemhild bewachten Rosengartens, verwandelt der Künstler den Ort in ein begehbares Kunstwerk, das sich im Jahreslauf wandelt. Das Projekt ergänzt das bekannte Hagendenkmal und schafft einen weiteren Bezugspunkt zur lokalen Mythologie – ohne historische Genauigkeit, sondern als künstlerische Interpretation.

Das Kunstwerk besteht aus zwei zentralen Elementen: einem Labyrinth aus Rosen und einer Gruppe von drei Linden, die symbolisch zu einem mächtigen Baum zusammenwachsen könnten. Das Rosenlabyrinth, bestehend aus winterharten historischen Strauchrosen in Rot- und Rosatönen, erstreckt sich über etwa 150 Meter und setzt sich aus 224 verschiedenen Rosenstöcken zusammen. Die duftenden Pflanzen variieren in der Höhe zwischen 80 und 150 Zentimetern und schaffen so eine sinnliche, sich ständig verändernde Landschaft. Die drei Linden, als zukünftiger „einziger Baum“, verweisen auf die mythische Tradition, in der Bäume oft als Schutz- oder Erinnerungsorte fungieren.

Die Konzeption knüpft an jahrhundertealte Legenden an, die Worms als Schauplatz der Nibelungensage etablieren. Bereits im „Rosengartenlied“ des 16. Jahrhunderts wird ein Ort außerhalb der Stadt erwähnt, an dem Siegfried und andere Helden verweilten. Spätere Quellen wie die „Thidreksaga“ oder die isländische Edda lokalisieren die Handlung ebenfalls am Rhein, obwohl ihre Entstehungsorte weit entfernt liegen. Das Labyrinth selbst verweist mit dem Namen „Troja“ auf antike Mythen – ein Motiv, das auch auf kretischen Münzen mit Apollo, dem Lichtgott und Drachenkämpfer, erscheint.

Das Projekt wurde von Volker Gallé, Kulturkoordinator der Stadt Worms und Vorsitzender der Nibelungenlied-Gesellschaft, initiiert und begleitet. Die Jury überzeugte sich von der Idee, das Rheinufer aufzuwerten und die Nibelungenthematik ganzjährig im Stadtbild zu verankern. Mit dem Rosengarten entsteht ein Ort, der nicht nur an die Sage erinnert, sondern auch die Natur als lebendiges Kunstwerk erfahrbar macht. Barrierefrei zugänglich, lädt das Projekt Besucher ein, die Verbindung zwischen Mythos, Geschichte und Gegenwart zu entdecken.

„Kriemhilds Rosengarten“ ist somit mehr als eine künstlerische Installation – es ist ein Ort der Reflexion über regionale Identität und die Kraft der Sage. Durch die Kombination aus Natur, Architektur und Mythos entsteht ein einzigartiges Erlebnis, das Worms als „Nibelungenstadt“ weiter bereichert.

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