Denkmal/Gedenkstätte

Holztor

Kärrnergasse 13, 97072 Würzburg

Highlights

  • Das Holztor (ursprünglich Rotes Tor) war 1280 als Teil der Würzburger Stadtbefestigung am Mainufer errichtet worden.
  • 1563 spielte das Holztor eine Rolle beim Grumbacheinfall, einem historischen Überfall auf die Stadt Würzburg.
  • Nach Zerstörungen wurde 1956 an der Stelle des Holztors ein dreigeschossiger Neubau auf der Hochwasserschutzmauer errichtet.

Tipps

  • Der Zugang zum historischen Standort des Holztors erfolgt über die Kärrnergasse, wo die Hochwasserschutzmauer als sichtbare Erinnerung an die ehemalige Stadtbefestigung dient.
  • An der Fassade des heutigen Baus fallen Erker und eine Inschrift auf, die eine fiktive historische Verbindung zum ursprünglichen Holztor aus dem 13. Jahrhundert andeuten sollen.
  • Die Umgebung des Holztors bietet Einblicke in die mittelalterliche Stadtmauer, deren Reste sich entlang des Mainufers und in der Nähe der Mainbrücke nachweisen lassen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Holztor Würzburg: Kulturdenkmal entdecken

Das Holztor in Würzburg zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken der fränkischen Stadt und war einst ein zentraler Bestandteil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Ursprünglich als Rotes Tor bekannt, stand es am Mainufer und markierte den Zugang zur Stadt entlang der historischen Stadtmauer. Die Anlage entstand im Rahmen der Befestigungsmaßnahmen des 13. Jahrhunderts, wobei der Name „Holztor“ sich bereits im 15. Jahrhundert durchsetzte – nicht ohne Verwechslungen mit anderen Toren wie dem Mühltor, das zeitweise ebenfalls diesen Beinamen trug.

Das Holztor spielte eine tragische Rolle in der Geschichte Würzburgs: Im Jahr 1563 war es Schauplatz des sogenannten Grumbacheinfalls, als aufständische Truppen unter dem Grafen Wolfgang von Grumbach die Stadt belagerten. Obwohl das Tor selbst nicht überdauerte, bleibt dieser Vorfall ein prägendes Ereignis der regionalen Geschichte. Die ursprüngliche Befestigungsanlage wurde im 19. Jahrhundert weitgehend abgerissen, doch der Name blieb in der Erinnerung der Würzburger erhalten.

Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erfolgte im Jahr 1956 ein symbolischer Neuanfang: Anstelle des historischen Tores entstand an der Stelle der heutigen Kärrnergasse ein repräsentativer Neubau auf der Hochwasserschutzmauer. Der dreigeschossige Bau mit Satteldach und Erker betont durch architektonische Elemente wie eine Inschrift die historische Kontinuität – obwohl der Neubau im Gegensatz zum Vorgängerwerk aus massiven Steinmaterialien errichtet wurde. Die Gestaltung soll an die einstige Bedeutung des Tores als Tor zur Stadt erinnern, ohne jedoch die ursprüngliche Substanz wiederherzustellen.

Das Holztor steht heute als stummer Zeuge für die wechselvolle Geschichte Würzburgs, das sich von einer mittelalterlichen Handelsstadt zu einer kulturellen Metropole entwickelte. In der Nähe liegen weitere historische Befestigungsanlagen wie die Äußere Landwehr oder das Neutor, die das Erbe der Stadtmauer ergänzen. Der Verein Mainfränkischer Kunst- und Altertums-Verein, der sich aus historischen Gesellschaften des 19. Jahrhunderts entwickelte, bewahrt bis heute Sammlungen und Dokumente, die Aufschluss über solche Bauwerke geben.

Als Teil des kulturellen Erbes Würzburgs bietet das Holztor nicht nur einen Einblick in die Architektur des Mittelalters, sondern auch in die politischen und sozialen Umbrüche, die die Stadt prägten. Sein Standort am Mainufer unterstreicht zudem die enge Verbindung der Befestigung zur Handelsgeschichte der Region. Obwohl das Tor selbst nicht mehr original erhalten ist, bleibt es ein faszinierendes Beispiel für den Wandel von Stadtbefestigungen und ihrer symbolischen Bedeutung.

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