Denkmal/Gedenkstätte

Olympisches Dorf

Am Speisehaus d. Nationen 2a, 14627 Wustermark

Highlights

  • 1936 entstand in Wustermark das Olympische Dorf für männliche Athleten mit Sportanlagen, Unterkünften und Infrastruktur – heute denkmalgeschützt.
  • Das Speisehaus der Nationen im Olympischen Dorf beherbergt ein museales Konzept mit ringförmigen Fluren und historischen Exponaten.
  • Nach der Nutzung als Sportlerunterkunft wurden acht ehemalige Wohngebäude zu strahlenförmigen Mehrfamilienhäusern umgebaut, während Hindenburghaus und Schwimmhalle erhalten blieben.

Tipps

  • Das denkmalgeschützte Gelände des Olympischen Dorfes von 1936 bietet Einblicke in die originale Architektur mit erhaltenen Gebäuden wie dem Hindenburghaus oder der Schwimmhalle.
  • Die Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Bundesstraße 5 ermöglicht einen barrierefreien Zugang zum historischen Bereich und verbindet Elstal mit der Döberitzer Heide.
  • Das Speisehaus der Nationen zeigt durch ein museales Konzept die historische Nutzung als Verpflegungseinrichtung für die männlichen Sportler der Olympischen Spiele 1936.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Olympisches Dorf Wustermark – Kulturdenkmal erkunden

Das Olympische Dorf in Wustermark ist ein einzigartiges historisches Zeugnis der Olympischen Spiele 1936 und ein bedeutendes Beispiel für die Architektur der NS-Zeit. Ursprünglich als Unterkunft für männliche Sportler konzipiert, entstand das Gelände in weniger als zwei Jahren mit einer einzigartigen Infrastruktur: Neben Sportlerunterkünften wurden ein Speisehaus der Nationen, eine Schwimmhalle, eine Turnhalle und ein Sportplatz mit Fußballfeld sowie eine Laufbahn errichtet. Die strahlenförmige Anordnung der Wohngebäude und die funktionale Planung spiegeln den ambitionierten Anspruch wider, eine „Vermählung von Stadt und Land“ zu schaffen – ein Ideal, das damals in der Gartenstadtbewegung propagiert wurde.

Nach den Spielen blieb das Gelände zunächst militärisch genutzt, bevor es ab den 1990er-Jahren schrittweise saniert und als denkmalgeschütztes Ensemble erhalten wurde. Heute sind noch das Hindenburghaus, das Kommandantenhaus, die Schwimmhalle, die Turnhalle und acht ehemalige Sportlerunterkünfte original erhalten. Besonders beeindruckend ist das Speisehaus der Nationen, das heute als museales Konzept durch die Firma Terraplan präsentiert wird. Die ringförmigen Flure des Gebäudes erzählen mit historischen Exponaten und multimedialen Stationen von der Bedeutung des Ortes für die Olympischen Spiele und seine spätere Nutzung.

Das Gelände steht unter Denkmalschutz und ist ein lebendiges Stück Regionalgeschichte. Während die meisten Wohngebäude in moderne Mehrfamilienhäuser umgewandelt wurden, bleiben die historischen Bauten als Zeugnis vergangener Epochen erhalten. Der Bahnhof Elstal in der Nähe, der 2004 wiedereröffnet wurde, verbindet das Olympische Dorf mit dem Nahverkehr und unterstreicht die historische Verbindung zur Eisenbahnersiedlung, die zwischen 1919 und 1938 entstand. Auch die gärtnerische Gestaltung mit über 800 Bäumen und Vorgärten aus der Zeit der 1950er-Jahre prägt bis heute das Ortsbild.

Das Olympische Dorf bietet heute nicht nur einen Einblick in die Architektur und Geschichte der Olympischen Spiele, sondern auch in die Entwicklung der Region. Durch Führungen – zuletzt bis 2019 organisiert von der DKB-Stiftung – konnten Besucher die Geschichte des Geländes nachvollziehen. Besonders der Tag des offenen Denkmals, der regelmäßig stattfand, zog zahlreiche Interessierte an und zeigte das anhaltende Interesse an diesem einzigartigen Ort. Das Speisehaus der Nationen bleibt dabei der zentrale Anziehungspunkt, während die umliegenden historischen Bauten und der Sportplatz ein Stück lebendige Geschichte bewahren.

Das Olympische Dorf in Wustermark ist somit mehr als nur ein architektonisches Denkmal: Es ist ein Ort, der die Verbindung von Sport, Geschichte und regionaler Identität verkörpert. Die Kombination aus erhaltenen Bauten, musealer Aufbereitung und der Nähe zu anderen historischen Stätten wie dem Bahnhof Elstal macht es zu einem faszinierenden Ausflugsziel für Geschichtsinteressierte und Architekturbegeisterte. Die Sanierung und der Erhalt des Geländes sichern die Erinnerung an diese besondere Epoche und bieten gleichzeitig Raum für neue kulturelle und soziale Initiativen in der Region.

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