Johanniter-Doppelkommende Dünebroek, Wymeer
Highlights
- Die Johanniter-Doppelkommende Dünebroek in Wymeer entstand um 1300 und war bis 1528 aktiv.
- Sie lag westlich von Wymeer nahe der heutigen niederländischen Grenze und besaß ein eigenes Siel.
- Wichtige Wirtschaftszweige waren Viehhaltung sowie die Nutzung entwässerter Moor- und Sumpfflächen.
Tipps
- Besucher finden die historische Kommende Dünebroek westlich von Wymeer, nahe der alten Heerstraße von Bremen nach Groningen.
- Das Gelände war Teil einer einst sumpfigen Landschaft und wird durch den namensgebenden „Dünebrook“ geprägt.
- Reste der ehemaligen Klosteranlage sind heute nur noch archäologisch erkennbar.
Eigenschaften
Historisches Museum in Wymeer: Johanniter-Doppelkommende Dünebroek
Die Johanniter-Doppelkommende Dünebroek in Wymeer war eine bedeutende Niederlassung des Johanniterordens im äußersten Südwesten des Rheiderlandes, im heutigen Landkreis Leer in Ostfriesland. Ursprünglich im 14. Jahrhundert gegründet, entwickelte sie sich zu einer wirtschaftlich und infrastrukturell wichtigen Einrichtung in der Region. Die Kommende lag westlich des Ortes Wymeer, nahe der mittelalterlichen Heerstraße von Bremen nach Groningen und nur etwa 900 Meter von der späteren deutsch-niederländischen Grenze entfernt. Sie war Teil eines größeren Besitzkomplexes, zu dem auch ein Grashaus sowie verschiedene Höfe in Wymeer und Marienchor zählten.
Die Anlage selbst wird in historischen Quellen als zweiflügelige Baustruktur mit einem offenen Turm, Nebengebäuden und einem von einer Mauer umgebenen Hof beschrieben. Im Norden erstreckte sich bis zum Dollart ein weites sumpfiges Gebiet, das als „Dünebrook“ bekannt war und maßgeblich den Namen der Kommende prägte. Dieses Gelände wurde durch die Johanniter entwässert und anschließend landwirtschaftlich genutzt – vor allem als Weide- und Wiesfläche. Die Viehhaltung spielte dabei eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Existenz der Kommende. Südlich grenzte das Gelände an Moor- und Heideflächen, während im Westen das Flüsschen Lethe die Grenze bildete, das heute größtenteils der Grenzverlauf zwischen Deutschland und den Niederlanden ist.
Die strategische Lage an der Grenze zwischen Ostfriesland, Emsland und den Niederlanden machte die Kommende Dünebroek immer wieder zu einem Ziel militärischer Auseinandersetzungen. So wurde sie im Laufe der Jahrhunderte mehrfach geplündert und teilweise zerstört, unter anderem durch den Bischof von Münster sowie während der Sächsischen Fehde und des Schmalkaldischen Kriegs. Im Zuge der Reformation im 16. Jahrhundert verlor die Kommende ihre ursprüngliche Funktion als katholisches Ordenshaus. Graf Enno II. von Ostfriesland legte um 1528 die Kontrolle über die ehemaligen Johanniterbesitztümer in seine Hände, und das Ordensleben erlosch um 1550 endgültig. Die Kirche der Kommende diente danach als protestantischer Gottesdienstraum, bevor sie Anfang des 17. Jahrhunderts abgebrochen wurde.
Der landwirtschaftliche Besitz der Kommende wurde nach der Auflösung des Ordens zunächst als gräfliches Gut verwaltet und später verpachtet. Teile der Anlage blieben bis ins frühe 19. Jahrhundert erhalten, bevor sie schließlich abgerissen wurden. Heute erinnern nur noch wenige Reste an die einst bedeutende Doppelkommende, die einst eine zentrale Rolle bei der Erschließung und Bewirtschaftung der sumpfigen Region spielte. Die Johanniter-Doppelkommende Dünebroek bleibt dennoch ein wichtiger Zeuge der mittelalterlichen Geschichte Ostfrieslands und der vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen Orden, Landwirtschaft und politischer Macht in der Grenzregion zu den Niederlanden.
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Häufige Fragen zu Johanniter-Doppelkommende Dünebroek, Wymeer
Was war die Johanniter-Doppelkommende Dünebroek?
Quelle: wikipedia
Wo lag die Kommende Dünebroek genau?
Quelle: wikipedia
Welche wirtschaftliche Bedeutung hatte Dünebroek?
Quelle: wikipedia
Was ist heute von der Kommende Dünebroek übrig geblieben?
Quelle: wikipedia