Kriegsgefangenenfriedhof II Jacobsthal
Highlights
- Auf dem Friedhof liegen etwa 12.000 Tote in 24 Massengräbern, darunter Opfer einer Fleckfieberepidemie im Winter 1941/42.
- Heute ist der Friedhof Teil des Naturschutzgebietes Elbniederterrasse/Gohrischheide und erinnert als Gedenkstätte an die Opfer des Lagers.
Tipps
- Der Friedhof liegt abseits der Ortschaft Jacobsthal und ist über Regionalbuslinien erreichbar.
- Gut gepflegte Gedenkstätte mit historischem Obelisk mitten im Naturschutzgebiet.
- Informationsmaterialien sind über die Stiftung Sächsische Gedenkstätten erhältlich.
Eigenschaften
Über Kriegsgefangenenfriedhof II Jacobsthal
Der Kriegsgefangenenfriedhof II Jacobsthal in Zeithain ist eine bedeutende Mahn- und Gedenkstätte im sächsischen Landkreis Meißen. Ursprünglich als „Russenfriedhof Jacobsthal“ bekannt, wurde diese Gedenkstätte im Jahr 1941 angelegt und diente bis Ende 1942 zur Bestattung sowjetischer Kriegsgefangener, die im nahegelegenen Lager unter unmenschlichen Bedingungen gehalten wurden. Insbesondere während der Wintermonate 1941/42 kam es aufgrund von Krankheiten wie Fleckfieber zu einem Massensterben unter den Gefangenen, dessen Opfer heute hier ihre letzte Ruhestätte finden.
Die Anlage umfasst vier Gräberfelder, wobei der Friedhof in Jacobsthal die größte Anzahl an Bestattungen aufweist. Eine sowjetische Untersuchungskommission, die sogenannte „Chorun-Kommission“, ermittelte im Jahr 1946 rund 24 Massengräber auf einem Gelände von 104 x 37 Metern, in denen etwa 12.000 Tote beigesetzt waren. Ein zentraler Obelisk aus rotem Meißener Granit erinnert eindrucksvoll an das Schicksal der Gefallenen. Ursprünglich auf dem „Russenfriedhof Zeithain“ errichtet, wurde das Denkmal später an seinen heutigen Standort im Ortsteil Jacobsthal verlegt.
Von 1949 bis 1992 befand sich der Friedhof auf ehemaligem Militärsperrgebiet, da das Gelände Teil eines über vier Quadratkilometer großen Panzerübungsplatzes war. Heute liegt das Areal innerhalb des Naturschutzgebietes Elbniederterrasse / Gohrischheide und ist ein ruhiger, würdevoller Ort der Erinnerung. Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten ist verantwortlich für die Pflege und Erhaltung der Anlage, die als Zeugnis der historischen Verantwortung sowie der Opfer des Nationalsozialismus dient.
Trotz seiner etwas abgelegenen Lage westlich von Zeithain und östlich von Kreinitz wird der Friedhof als außergewöhnlich gepflegt und respektvoll gestaltet wahrgenommen. Besucher finden hier einen würdigen Rahmen, um der sowjetischen Kriegsgefangenen zu gedenken, die unter den Bedingungen des Zweiten Weltkriegs ihr Leben verloren. Die Gedenkstätte steht symbolisch für die Anerkennung derer, die in Krieg und Gewaltherrschaft litten – fernab von Ruhm, oft vergessen, doch nicht unehrenhaft begraben.