Moorlinse Buch
Highlights
- Die Moorlinse Buch ist ein wertvolles Feuchtbiotop im Norden Berlins mit über 60 Brutvogelarten und 274 Revieren.
- Das Gebiet dient als Rast- und Mauserplatz für Zugvögel und beherbergt gefährdete Arten wie die Löffelente.
- Ein geplantes Bauvorhaben mit 2700 Wohneinheiten bedroht die Biodiversität der Moorlinse unmittelbar.
Tipps
- Vom S-Bahnhof Buch aus sind die Moorlinsen gut zu Fuß erreichbar und bieten entlang der S-Bahntrasse eine gute Sicht auf das Feuchtgebiet.
- Bei Vogelbeobachtungen ist etwas Geduld nötig, da die Tierwelt oft durch Verkehrslärm gestört wird und sich nicht immer direkt zeigen lässt.
- Da das Gelände empfindlich ist, sollten Besucher auf festgelegten Wegen bleiben und auf Müll verzichten, um das Biotop zu schonen.
Eigenschaften
Über Moorlinse Buch
Die Moorlinse Buch ist ein bedeutendes Feuchtbiotop im Berliner Stadtteil Zepernick und zählt zu den wenigen naturnahen Feuchtgebieten im Norden der Stadt. Gelegen unweit des S-Bahnhofs Buch, umfasst das Areal neben der eigentlichen großen Moorlinse auch das angrenzende Feuchtgebiet „Graben 1“, auch kleine Moorlinse genannt. Beide Bereiche bieten Lebensraum für eine außergewöhnliche Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten und sind seit Jahren Gegenstand des Engagements des NABU Berlin, der sich für den langfristigen Erhalt der Flächen einsetzt.
Das Gebiet gilt als Hotspot der Biodiversität: Mehr als 60 Brutvogelarten mit über 270 Revieren wurden hier nachgewiesen, darunter zahlreiche gefährdete Arten wie die Löffelente. Auch Zugvögel nutzen die Moorlinse als Rast- und Mauserplatz. Neben Vögeln beherbergen die Gewässer und Feuchtflächen verschiedene Amphibienarten, darunter Teichmolche, Knoblauchkröten und Erdkröten sowie Reptilien wie Zauneidechsen und Ringelnattern. Auch für Insektenkundler ist das Areal interessant – unter anderem konnte der große Feuerfalter nachgewiesen werden.
Die Moorlinse Buch ist durch ihre unmittelbare Nachbarschaft zu stark frequentierten Verkehrsflächen sowie geplante Baumaßnahmen in der Umgebung besonders gefährdet. Ein großes Neubauprojekt in unmittelbarer Nähe soll Tausende von Wohneinheiten umfassen und birgt das Risiko eines erheblichen Verlusts an Artenvielfalt. Der NABU fordert daher unter anderem eine Reduktion der geplanten Wohneinheiten sowie eine ganzjährige Ruhezone um das Biotop. Trotz langjähriger Bemühungen um rechtlichen Schutz wird eine vollständige Ausweisung als Naturschutzgebiet voraussichtlich noch Jahre dauern.
Das Landschaftsschutzgebiet ist überwiegend fußläufig zu erreichen und bietet entlang der ehemaligen S-Bahntrasse einen guten Aussichtspunkt auf die Moorlinse. Eine Beobachtungsplattform ermöglicht einen schonenden Blick auf die Tierwelt. Besucher berichten von intensiven Vogelstimmen, die besonders im Herbst zu hören sind, während andere den Zustand der Wege und die Müllproblematik kritisieren. Lärm durch S-Bahn und Autobahn kann die Ruhe beeinträchtigen, dennoch bleibt die Fläche für Naturliebhabende ein lohnendes Ausflugsziel.