Denkmal/Gedenkstätte

Friedhof

27404 Zeven

Highlights

  • Der Jüdische Friedhof Zeven liegt im Wald „Kleine Ahe“ und ist ein geschütztes Kulturdenkmal.
  • Auf dem Friedhof befinden sich 9 Grabsteine für Juden aus Zeven und Umgebung, die zwischen 1886 und 1934 verstorben sind.
  • 2008 wurde ein Gedenkstein mit den Namen der im Holocaust ermordeten jüdischen Bürger errichtet.

Tipps

  • Der jüdische Friedhof in Zeven liegt im Wald „Kleine Ahe“ und ist über einen Zaun zugänglich – eine Gedenktafel erinnert an die Opfer des Holocaust.
  • Auf dem Friedhof befinden sich historische Grabsteine aus den Jahren 1886 bis 1934 sowie eine frische Grabstelle von 2010.
  • Die Friedhofsfläche wird gepflegt und ist als Kulturdenkmal geschützt – Besucher finden dort auch einen Belegungsplan und Dokumentationen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Friedhof

Der Friedhof in Zeven, gelegen im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen, ist ein jüdischer Begräbnisplatz von besonderer historischer und kultureller Bedeutung. Er befindet sich im Waldgebiet „Kleine Ahe“, südlich der Bäckerstraße und westlich eines Fußballplatzes. Mit einer Fläche von 251 Quadratmetern und nahezu quadratischer Grundform, beherbergt der Friedhof 16 Einzel- und zwei Familiengräber. Die erste Beisetzung auf dem Gelände ist für das Jahr 1867 dokumentiert. Die Grabsteine stammen aus der Zeit zwischen 1886 und 1934 und erinnern an jüdische Bürger der Region. Auffallend ist zudem eine spätere Beisetzung aus dem Jahr 2010, die ihn von anderen jüdischen Friedhöfen der Region unterscheidet.

Der Friedhof wurde in den Jahren 1953/54, 1978 und 1986 instand gesetzt und ist seit 1959 im Besitz des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen. Die Pflege des Geländes erfolgt durch die Gemeinde Zeven. Während der Novemberpogrome 1938 wurde der Friedhof geschändet, Grabsteine umgeworfen und das umlaufende Eisengitter abgebaut. Ein Antrag auf Einebnung des Friedhofs wurde 1940 aus hygienischen Gründen abgelehnt. 1988 wurde eine Gedenktafel angebracht, gefolgt von einem Gedenkstein im Jahr 2008, der die Namen der im Holocaust ermordeten jüdischen Bürger von Zeven trägt.

Die Anlage ist als Kulturdenkmal geschützt und wurde mehrfach dokumentiert, unter anderem durch Klaus-Peter Schulz vom Kreisheimatmuseum Osterholz. Diese Dokumentationen enthalten Abschriften der deutschen Inschriften, Fotos sowie einen Belegungsplan. Im Jahr 2025 wurden nach einer Kranzniederlegung am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus der Zaun beschädigt und antisemitische Aufkleber hinterlassen, was die anhaltende Bedeutung des Ortes auch im Kontext der Erinnerungskultur unterstreicht.

Der Jüdische Friedhof Zeven bietet einen ruhigen und gepflegten Ort der Besinnung. Die Grabsteine sind von außergewöhnlicher Schönheit und zeugen von der jüdischen Geschichte in der Region. Die Friedhofsanlage liegt abseits des Stadtzentrums, umgeben vom Wald, und lädt zu einer reflektierten Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ein. Besucher*innen erhalten durch die vorhandenen Dokumentationen und die zentrale Gedenktafel Einblicke in das Leben und Sterben der jüdischen Gemeinde vor Ort.

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