Großer Dambecker See
Tipps
- Der Große Dambecker See eignet sich hervorragend für Beobachtungen von Zugvögeln, insbesondere Gänse und Rohrdommeln, besonders in den frühen Morgen- oder Abendstunden.
- Aufgrund des Schilfgürtels und der flachen Wasserzonen sind wasserscheue Tierarten wie Tüpfelsumpfhühner und Wasserrallen hier regelmäßig zu sehen.
- Ein Besuch lohnt sich entlang der Uferwege, die einen guten Blick auf die artenreiche Vogelwelt und die natürliche Moorlandschaft im Süden des Sees bieten.
Eigenschaften
Ausflug zum Großen Dambecker See in Zickhusen
Der Große Dambecker See liegt im Ortsteil Zickhusen des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Er zählt zu den bedeutenden Naturschutzflächen der Region und ist zusammen mit dem benachbarten Kleinen Dambecker See Teil des Naturschutzgebietes Dambecker Seen. Das Gewässer erstreckt sich etwa zwei Kilometer in Nord-Süd-Richtung und ist bis zu 900 Meter breit. Charakteristisch ist die Aufteilung des Sees in einen breiteren Nord- und einen schmaleren Südteil, der zudem eine größere Insel beherbergt. Der See wird vom Aubach durchflossen und ist nahezu vollständig von einem dichten Schilfgürtel umgeben, der sowohl Lebensraum für verschiedene Tierarten bietet als auch das Landschaftsbild prägt.
Die Entstehung des Großen Dambecker Sees geht auf eine eiszeitliche Toteishohlform zurück. Nach dem Abschmelzen des Eises bildete sich zunächst ein offener See, der später im Zuge natürlicher Prozesse wieder austrocknete und zu einem Moor wurde. Im 18. Jahrhundert entstand erneut ein offenes Gewässer. Eine künstliche Regulierung des Wasserabflusses im 19. Jahrhundert führte zeitweise zur Entwässerung des Sees, wodurch die Fläche als Weideland genutzt werden konnte. Als diese aufwändige Bewirtschaftung eingestellt wurde, setzte ein natürlicher Versumpfungsprozess ein, der ab den 1960er Jahren zur Rückkehr großer Schilfflächen und später auch zu neuen Freiwasserzonen führte.
Heute ist der Große Dambecker See vor allem für seine herausragende Bedeutung im Bereich des Vogelschutzes bekannt. Er dient als Rastplatz für den Vogelzug der nordeuropäischen Gänsepopulationen und ist gleichzeitig ein bedeutender Brutplatz für verschiedene seltene Vogelarten. Dazu gehören unter anderem der See- und Fischadler, die Rohrdommel, das Tüpfelsumpfhuhn sowie verschiedene Singvögel wie der Drosselrohrsänger, der Schilfrohrsänger und die Bartmeise. Auch Amphibien wie die Rotbauchunke und der Moorfrosch finden hier ideale Lebensbedingungen in größeren Populationen.
Das Naturschutzgebiet Dambecker Seen umfasst eine Fläche von rund 204 Hektar und wurde erstmals 1947 zum Schutz der hier brütenden Vogelarten ausgewiesen. In den Jahren 1967 und 1972 erfolgten Erweiterungen des Schutzgebiets. Heute wird der Zustand des Gebiets als gut bewertet. Ein Feldweg von Wendisch-Rambow in Richtung Dambeck ermöglicht interessierten Besuchern einen Blick in das Schutzgebiet und einen direkten Zugang zur Natur. Das Areal ist zudem in das FFH-Gebiet „Wald- und Kleingewässerlandschaft Dambecker Seen und Buchholz“ integriert und trägt somit zum europäischen Naturschutznetz bei.