Burgruine Schartenberg
Highlights
- Die Burgruine Schartenberg liegt auf einem Bergsporn im Naturparks Habichtswald, etwa 2,4 km nördlich von Zierenberg.
- Erstmals 1020 erwähnt, wurde die Burg 1518 als baufällig und verlassen beschrieben.
- Erhalten sind Teile des Bergfrieds, Halsgraben und Mauerreste der ehemaligen Höhenburg.
Tipps
- Der Weg zur Burgruine Schartenberg ist nur für geübte Wanderer geeignet, da der Pfad steil und teilweise zugewuchert ist.
- Auf dem Gelände befindet sich nur eine einzige Bank, daher sollte man festes Schuhwerk und ausreichend Flüssigkeit mitbringen.
- Die Beschilderung ist unzureichend – ein Navi oder detaillierte Karte ist empfehlenswert, um den Eingang nicht zu verfehlen.
Eigenschaften
Über Burgruine Schartenberg
Die Burgruine Schartenberg liegt im hessischen Zierenberg, im Nordteil des Naturparks Habichtswald. Sie thront auf einem westlichen Bergsporn des Schartenbergs und bietet einen weiten Blick über die umliegenden Täler. Die ehemalige Höhenburg wird auch als Groppeschloss oder Schartenburg bezeichnet und zählt heute zu den bedeutenden historischen Sehenswürdigkeiten der Region. Die Ruine ist überwiegend durch den erhaltenen Bergfried sowie Teile des Halsgrabens und einzelne Mauerreste gekennzeichnet. Die Lage zwischen den Tälern der Nebelbeeke und der Warme unterstreicht die strategische Bedeutung der Burg im Mittelalter.
Die erste urkundliche Erwähnung der Burg erfolgte im frühen 11. Jahrhundert. Damals befand sich der Sitz im Besitz sächsischer Edler. Im Laufe der Zeit wechselte der Besitz mehrfach. Eine zentrale Rolle spielten die Geschlechter von Malsburg und von Schartenberg, die über mehrere Jahrhunderte hinweg die Herrschaft über die Burg ausübten. Auch die Grafen von Dassel kamen später als Lehnsherrn hinzu. Parallel dazu war ein Burgmann namens Stephan tätig, dessen Nachkommen sich später selbst als von Schartenberg bezeichneten. Eine kleinere Burg auf dem Gelände wurde an die Herren Groppe von Gudenberg vergeben. Im 13. Jahrhundert führte ein erblicher Streit innerhalb der Familie zu einer langwierigen Fehde, die erst durch das Eingreifen des Erzbischofs von Mainz beigelegt werden konnte.
Im weiteren Verlauf des Mittelalters wurde die Burg mehrfach geteilt und verpfändet. Teile fielen an das Haus Hessen zurück, andere blieben im Besitz des Erzstifts Mainz. Die Burg Schartenberg wurde schließlich im 16. Jahrhundert als baufällig und verlassen beschrieben. Seitdem existiert sie als Ruine. Heute sind nur noch geringe architektonische Reste erhalten, darunter das markante Türmchen des Bergfrieds, das letzte sichtbare Zeugnis der einst mächtigen Anlage. Die Ruine ist über einen schmalen Pfad erreichbar, der von einem markierten Wanderweg abzweigt. Aufgrund mangelnder Beschilderung kann die Anfahrt für Besucher ohne Navigationshilfe schwierig sein.
Der Zustand der Ruine wird von Besuchern unterschiedlich bewertet. Viele kritisieren das fehlende Pflegekonzept und die starke Verwucherung des Geländes. Auch die Wegebeschaffenheit wird als anspruchsvoll beschrieben, weshalb die Wanderung insbesondere für geübte Wanderer oder Mountainbiker attraktiv ist. Dennoch wird der Panoramablick vom Schartenberg auf das Umland als lohnenswert empfunden. Lediglich eine Bank im Tal bietet eine kurze Ruhepause. Dennoch zieht die Burgruine mit ihrer historischen Atmosphäre und der landschaftlichen Lage weiterhin Interessierte an.