Denkmal/Gedenkstätte

V1 Abschussrampe (Reste)

17459 Zempin

Highlights

  • In Zempin befanden sich drei V1-Feldstellungen zur Erprobung und Ausbildung.
  • Feldstellung 2 ist noch gut erhalten mit Richthaus-Fundamenten und Erdwall.
  • Von Feldstellung 3 bleibt nur ein Teil der Walther-Schleuder erhalten.

Tipps

  • Beim Besuch der V1-Feldstellung 2 in Zempin lassen sich noch Fundamente des Richthauses und Reste der Walther-Schleuder erkennen.
  • Das Gelände teilweise gesperrt ist, sollte man sich vor Ort an Hinweisschildern orientieren und Vorsicht walten lassen.
  • Ein Spaziergang durch den Wald Richtung Strand bietet Gelegenheit, historische Spuren und Krater zu entdecken.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über V1 Abschussrampe (Reste)

Im Waldgebiet zwischen Zinnowitz und Zempin im Kreis Vorpommern-Greifswald befinden sich die Überreste mehrerer ehemaliger V1-Feldstellungen. Diese Anlagen dienten während des Zweiten Weltkriegs der gefechtsmäßigen Erprobung der V1-Gleitbomben sowie der Ausbildung der Truppen des Flakregiments 155(W). Die hier ansässigen Einrichtungen waren Teil des umfangreichen militärischen Forschungs- und Entwicklungsprogramms, das maßgeblich in Peenemünde stattfand. Die Feldstellung 1 wurde im Zuge der Nachkriegsentwicklung durch einen Campingplatz überbaut, während die Feldstellungen 2 und 3 heute noch in Teilen erhalten sind.

Die Reste der V1-Abschussrampe in Zempin umfassen unter anderem die Fundamente des ehemaligen Richthauses, einen bis zu sechs Meter hohen Erdwall sowie das Anfangsstück der sogenannten Walther-Schleuder. Im Richthaus erfolgte die Justierung des Magnetkompasses in der Spitze der V1. Noch heute lassen sich die große Winkelskala im Boden und die Fundamente der Stützpfeiler der Rampe erkennen. Die ehemalige Startvorrichtung wurde mithilfe eines speziellen „Kinderwagens“ entlang von Schienen zur Rampe bewegt. In Richtung Flugbahn ist der Verlauf der Anlage noch deutlich sichtbar, während in entgegengesetzter Richtung lediglich fragmentarische Bauwerksreste zu finden sind.

Ein weiteres, heute noch sichtbares Element ist ein erhaltener Teil der Walther-Schleuder der Feldstellung 3. Diese Vorrichtung war entscheidend für den Startvorgang der V1-Gleitbombe. Die gesamte Anlage war in das Gelände integriert und durch Erdwälle und Bunkern geschützt. Heute ist das Gelände großzügig abgesperrt, und Hinweisschilder warnen vor möglichen Gefahren. Dennoch ist der Zugang technisch möglich, wenngleich Besucher auf Spuren vergangener Kämpfe stoßen können – darunter auch Krater von Granaten oder Bomben.

Der Standort bietet sich für einen ruhigen Spaziergang durch den Wald an, der sich anschließend entlang des nahegelegenen Strandes fortsetzen lässt. Die historischen Spuren sind nicht unmittelbar offensichtlich und erfordern ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit sowie ein Grundverständnis für die Geschichte des Ortes. Interessierte finden in der Broschüre „Trümmer einer vergangenen Zeit in Zempin“ von Harald Tresp ergänzende Informationen zu den Hintergründen und Bauwerken der Feldstellungen.

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