Denkmal/Gedenkstätte

slawische Burg

Waldchaussee 1, 17209 Zislow

Highlights

  • Der slawische Burgwall von Zislow ist eine seltene Höhenburg in Mecklenburg aus dem 7. bis 9. Jahrhundert.
  • Die Anlage besteht aus einer Haupt- und einer Vorburg, die jeweils terrassenartig in Ober- und Unterburg unterteilt sind.
  • Die Bewohner gehörten zum Stamm der Wilzen und nutzten die Burg möglicherweise nur in Kriegszeiten.

Tipps

  • Bei einem Spaziergang durch die ruhige Naturgegend lässt sich der slawische Burgwall erkunden und die Reste der einstigen Holz-Erde-Burg aus dem 7. bis 9. Jahrhundert anschauen.
  • Die Anlage gliedert sich in eine Ober- und Unterburg, jeweils mit West- und Ostteil, was sich durch den Geländeverlauf mit etwa 10 Metern Höhenunterschied erklärt.
  • Der Burgwall ist besonders an Sommerabenden sehenswert, liegt er doch idyllisch am Ufer des Großen Pätschsees auf einem natürlichen Bergsporn.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über slawische Burg

Die slawische Burg in Zislow zählt zu den bedeutenden archäologischen Denkmälern im Nordosten Deutschlands und ist eine der wenigen erhaltenen Höhenburgen aus der frühen Slawenzeit in Mecklenburg-Vorpommern. Gelegen am westlichen Ufer des Großen Pätschsees, thront die ehemalige Holz-Erde-Burg auf einem natürlichen Bergsporn, der durch steile Hänge und feuchte Niederungen in mehreren Richtungen geschützt ist. Diese topografische Lage bot nicht nur strategische Vorteile, sondern prägte auch die ungewöhnliche Struktur der Anlage, die sich über eine Fläche von insgesamt rund 16.500 Quadratmetern erstreckt.

Die Burg gliedert sich in eine Hauptburg und eine südlich angrenzende Vorburg, wobei beide Bereiche terrassenförmig in zwei Niveaus unterteilt sind: einen höher gelegenen Westteil, der als „Oberburg“ bezeichnet wird, und einen tiefer liegenden Ostteil, die sogenannte „Unterburg“. Diese Bauweise entspricht nicht der Ebene des Geländes, sondern folgt einer bewussten räumlichen Gliederung, die durch einen Höhenunterschied von etwa zehn Metern geprägt ist. Die Wallanlagen sind hauptsächlich nach Süden ausgerichtet, während die übrigen Seiten durch die natürliche Geländeschutzlinie abgesichert waren. Archäologische Untersuchungen haben ergeben, dass bereits in der Bronzezeit an dieser Stelle eine Siedlung existierte.

Die slawischen Bewohner, die zur Zeit der Wilzen gehörten, nutzten die Burg vermutlich vor allem in Krisenzeiten. Hinweise darauf, dass die Bevölkerung außerhalb der Befestigungsanlage lebte, deuten darauf hin, dass die Anlage nicht dauerhaft bewohnt war. Stattdessen dienten die umliegenden Flächen der Landwirtschaft und Viehzucht. Die heutigen Walleinschnitte sind nicht originale Befunde aus der Slawenzeit, sondern modernen Eingriffen zuzurechnen. Dennoch zeugen die erhaltenen Reste der Wallanlagen von der ehemaligen Bedeutung der Burg als Verteidigungsanlage und Zentrum slawischer Lebenswelt in der Region.

Die slawische Burg in Zislow ist ein Ort der Ruhe und des historischen Nachvollzugs. Besucher berichten von einer besonderen Atmosphäre, die besonders an warmen Sommerabenden zum Verweilen einlädt. Die Kombination aus landschaftlich reizvoller Lage am Seeufer und den Spuren einer über tausend Jahre alten Kultur macht diesen Ort zu einem lohnenswerten Ziel für alle, die sich für die Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns interessieren. Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4,8 von 5 Sternen bei sechs Bewertungen spiegelt die Wahrnehmung der Besucher die hohe Qualität und den kulturellen Wert des Denkmals wider.

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