Parks & Gärten

Großhartmannsdorfer Großteich

09618 Großhartmannsdorf

Highlights

  • Der Großhartmannsdorfer Großteich ist mit über 60 Hektar Staufläche das größte Standgewässer im Erzgebirge.
  • Er dient heute der Betriebswasserversorgung und war früher wichtig für den Freiberger Bergbau.
  • Seit 1967 ist der Teich als Naturschutzgebiet ausgewiesen und beherbergt über 260 Pflanzen- und Tierarten.

Tipps

  • Der Großteich ist ideal für Spaziergänge und bietet schöne Landschaften.
  • Als größtes Standgewässer im Erzgebirge lohnt sich ein Besuch besonders für Naturliebhaber.
  • Die umliegenden Moorreste und seltene Teichbodenvegetation sind sehenswert.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Ganzjährig

Über Großhartmannsdorfer Großteich

Der Großhartmannsdorfer Großteich, auch bekannt als Untere Großhartmannsdorfer Teich oder Zehntler Teich, ist mit über 60 Hektar Fläche und einem Fassungsvermögen von mehr als 1,6 Millionen Kubikmetern das größte Standgewässer im Erzgebirge. Gelegen nordöstlich der Gemeinde Großhartmannsdorf im sächsischen Mittelsachsen, zwischen den Ortschaften Großhartmannsdorf und Helbigsdorf, stellt der Teich ein bedeutendes kulturhistorisches und naturschutzrelevantes Objekt dar. Ursprünglich in den Jahren zwischen 1568 und 1572 als Speicherwasserbecken für die Bergbauaktivitäten in Freiberg angelegt, diente er der Wasserversorgung für Aufschlagwasserräder, Pochwerke und Erzwäschen. Heute wird das Gewässer hauptsächlich zur Betriebswasserversorgung genutzt.

Der Teich entstand an der Stelle einer ehemaligen vermoorten Geländesenke, in der sich zuvor ein kleiner Mühlteich befand. Im Zuge seiner Erweiterung wurde der zugehörige Staudamm mehrfach erhöht. Heute erstreckt sich der Erddamm mit Lehmkerndichtung und wasserseitiger Tarrasmauer über eine Länge von 492 Metern. Die Revierwasserlaufanstalt Freiberg, zu der der Großteich gehört, nutzte das Gewässer seit seiner Anlage auch für die Fischzucht, insbesondere für Karpfen – eine Nutzung, die bis heute fortbesteht. Über ein komplexes System aus Kunstgräben und Röschen wird der Teich mit weiteren Stauanlagen wie dem Mittleren und Oberen Großhartmannsdorfer Teich sowie dem Rothbächer Teich verbunden.

1967 wurde der Großteich mit einer Fläche von 110 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen, 1997 erfolgte eine Erweiterung um weitere 45 Hektar. Heute gehört das Areal sowohl zum Landschaftsschutzgebiet als auch zum FFH-Gebiet „Freiberger Bergwerksteiche“ und ist als SPA-Gebiet gemäß der Europäischen Vogelschutzrichtlinie geschützt. Die Vielfalt der Lebensräume umfasst flache Uferzonen, Röhrichte, Nasswiesen, Moorreste und submerse Vegetationsflächen. Diese bieten Lebensraum für über 260 Pflanzenarten sowie zahlreiche Tierarten, darunter seltene Wasservögel wie Trauerseeschwalben, Schwarzhalstaucher, Alpenstrandläufer sowie verschiedene Taucherarten. Auch Fische wie Karpfen, Hechte und Zander sowie Amphibien und zahlreiche Insektenarten wie Libellen und Schmetterlinge sind im und um den Teich zu finden.

Die Umgebung des Großteichs war bis ins 20. Jahrhundert von Torfgewinnung geprägt, insbesondere in den Moorbereichen entlang des östlichen und südwestlichen Ufers. Diese Flächen, in denen sich einst Moor-Kiefernwald befand, wurden intensiv genutzt, bis der Abbau 1961 endgültig eingestellt wurde. Heute bieten diese Gebiete zusätzliche natürliche Strukturen, die zur Artenvielfalt beitragen. Der Großteich ist Teil eines größeren Biotopverbundsystems, das durch das Netzwerk der Revierwasserlaufanstalt entstand und von hoher ökologischer Bedeutung ist. Die landschaftliche und ökologische Vielfalt sowie die historische Dimension machen den Großhartmannsdorfer Großteich zu einem bemerkenswerten Natur- und Kulturdenkmal im sächsischen Mittelsachsen.

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