Schützengesellschaft 1905 Okriftel am Main e.V.
Highlights
- Gegründet 1905 von Arbeitern der Cellulosefabrik – einer der ältesten Schützenvereine Okriftels mit urkundlich belegtem Bestehen.
- 1933 Gründung der Interessengemeinschaft vereinigter Schützenvereine mit Okriftel, Flörsheim, Hattersheim und Rüsselsheim als Mitglieder.
Tipps
- Der Schießstand verfügt über eine Klimaanlage, die für angenehme Bedingungen während des Trainings sorgt.
- Hinter dem Schützenhaus befindet sich eine Wildblumenwiese mit Fledermauskästen an einem Kantholz, die die lokale Biodiversität fördert.
- Ein Parkplatz für Besucher befindet sich in der Nähe der Liederbachhalle, Richtung Sportplatz, im Keller des Sportlerheims des Schützenvereins Lorch.
Eigenschaften
Schützenplatz Okriftel – Sport & Freizeit Hattersheim
Gegründet wurde der Verein 1905 von Arbeitern der Cellulosefabrik in Okriftel, einem Ortsteil von Hattersheim. Das älteste erhaltene Dokument des Vereins ist eine Mitgliederliste aus dem Jahr 1906, während eine Liste aus 1923 als zweitältestes Schriftstück gilt. Die Schützengesellschaft ist tief in der regionalen Kultur verwurzelt und pflegt bis heute die Tradition des Schießsports sowie das Gemeinschaftsgefühl ihrer Mitglieder.
Ein zentraler Bestandteil des Vereins ist das Schützenhaus, das nach einer vorübergehenden Schließung 2021 unter bestimmten Auflagen wieder für das Schießtraining genutzt werden konnte. Der Verein hat in den letzten Jahren zahlreiche Projekte umgesetzt, um den Standort attraktiver zu gestalten. So entstand im Frühjahr und Sommer eine naturnahe Wildblumenwiese hinter dem Schützenhaus, die nicht nur der Biodiversität dient, sondern auch als Rückzugsort für Tiere wie Fledermäuse fungiert – an einem Kantholz wurden hierfür spezielle Kästen angebracht. Zudem wurde eine Untergruppe im Bund Deutscher Schützen (BDS) gegründet, um den Austausch und die Weiterentwicklung des Schießsports zu fördern.
Die Schützengesellschaft hat auch historische Bedeutung für die Region: 1933 wurde unter ihrer Beteiligung die Interessengemeinschaft vereinigter Schützenvereine gegründet, die Vereine aus Okriftel, Weilbach, Flörsheim, Hattersheim, Rüsselsheim und Kriftel umfasste. Diese Zusammenarbeit prägte die Schützenszene im Main-Taunus-Kreis bis zur neuen Satzung 1961. Ein besonderes Ereignis war 1951 die Wiedergründung des Schützenkreises 26 Main-Taunus im lokalen Gasthaus „Zum Grünen Baum“ in Hattersheim – ein Meilenstein für die regionale Schützenszene. Traditionell findet das Ehrenscheibenschießen einmal jährlich in einer anderen Region statt, etwa im „Preußischen“ (damals ein Symbol für Unabhängigkeit von französischen Einflüssen).
Neben dem Schießsport organisiert der Verein regelmäßig Veranstaltungen, die das Gemeinschaftsgefühl stärken. So wurde etwa im Mai mit den Böllerschüssen das Vereinsjahr eingeläutet, und im September fand eine Ausstellung im historischen Kinosaal „Taunuslichtspiele“ statt – ein Ort, der durch seine angenehme Atmosphäre und besondere klimatische Bedingungen (ideale Temperaturen ganzjährig) als ungewöhnlicher, aber gelungener Veranstaltungsort diente. Die Schützengesellschaft zeigt damit nicht nur sportliches Engagement, sondern auch kreatives Gestalten des Vereinslebens.
Der Verein bietet mit seiner Bogenschießanlage und dem Schützenhaus eine ideale Fläche für Sportschützenveranstaltungen und das Training seiner Mitglieder. Durch Eigenleistung und kostengünstige Planung wurden Projekte wie die Wildblumenwiese oder die Fledermausunterkünfte realisiert – ein Beispiel für nachhaltiges und gemeinwohlorientiertes Handeln. Die Schützengesellschaft 1905 Okriftel am Main bleibt damit ein lebendiger Teil der regionalen Kultur und ein wichtiger Ankerpunkt für alle, die sich für den Schießsport und das Vereinsleben begeistern.