Tagebau und Förderung
Eigenschaften
Über Tagebau und Förderung
Das Museum „Tagebau und Förderung“ in Volpriehausen, einem Ortsteil der Stadt Uslar im Landkreis Northeim, Niedersachsen, widmet sich der Geschichte des Kalibergbaus in der Region. Es wurde 1985 vom Heimatverein Volpriehausen e. V. initiiert und ist damit eines der ersten Museen in Deutschland, das sich gezielt mit dem Stein- und Kalisalzbergbau beschäftigt. Die Ausstellung erstreckt sich auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern und veranschaulicht die Entwicklung des Bergbaus von seinen Anfängen bis in die Neuzeit, mit besonderem Fokus auf die Zeit zwischen dem späten 19. Jahrhundert und der Mitte des 20. Jahrhunderts.
Im Mittelpunkt der Darstellung steht der Bergbau in Südniedersachsen, insbesondere die Aktivitäten im Werk „Wittekind“ in Volpriehausen. Dieses ehemalige Kaliwerk spielte nicht nur eine wichtige Rolle im industriellen Wachstum der Region, sondern wurde auch während der Zeit des Nationalsozialismus als Heeresmunitionsanstalt der Wehrmacht genutzt. Diese facettenreiche Geschichte wird in verschiedenen Abteilungen des Museums anschaulich präsentiert, darunter unter anderem die Entstehung der Salze, die Arbeit unter Tage, die Werksanlage sowie die Tradition der Bergleute. Besonders sehenswert ist die umfangreiche Mineraliensammlung mit Exponaten aus ganz Europa und Übersee.
Das Museum ist in einem historischen Schulgebäude untergebracht, das bis 1906 als Schule und Lehrerwohnung diente. Seit seiner Gründung wird es ehrenamtlich von Mitgliedern des Heimatvereins betreut, was dem Museum einen persönlichen und authentischen Charakter verleiht. Die Ausstellung gliedert sich in mehrere thematische Bereiche, darunter auch die Darstellung vergessener Kaliwerke der Region sowie eine Sonderausstellung zur Kristallglashütte Ernst Buder. Die vielfältigen Exponate, viele davon von kleinem Format, erzählen eindrucksvoll die Geschichte des Bergbaus und seines Einflusses auf die Region.
Interessierte Besucher können das Museum samstags in den Monaten von März bis Oktober besuchen oder ganzjährig individuelle Führungen nach Vereinbarung wahrnehmen. Der Eintritt ist für Einzelbesucher frei, Spenden werden jedoch gerne entgegengenommen. Bei Führungen werden symbolische Gebühren erhoben, um die Pflege und den Erhalt des Museums zu unterstützen. Auch geführte Ortsgeschichtliche Rundgänge durch Volpriehausen sind möglich, die einen noch tieferen Einblick in die industrielle Vergangenheit des Ortes ermöglichen.
Volpriehausen liegt im Solling, am Rande des Weserberglandes und gehört zur Ferienregion Uslarer Land. Die gut erhaltene Bausubstanz und zahlreiche Kulturdenkmäler erinnern noch heute an die Bedeutung des Salzbergbaus für die Entwicklung des Ortes. Das Museum „Tagebau und Förderung“ ist somit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein Tor zur regionalen Geschichte, das Besucher auf eine eindrucksvolle Zeitreise durch die Bergbaugeschichte Niedersachsens mitnimmt.