Denkmal/Gedenkstätte

Bergwerk Finstergrund

Am Bergwerk 1, 79695 Wieden

Highlights

  • Das Bergwerk Finstergrund bei Wieden ist ein ehemaliges Silber- und Bleibergwerk mit neuzeitlichem Fluss- und Schwerspatabbau.
  • Seit 1982 ist es als Besucherbergwerk geöffnet und erschließt einen 430 Meter langen Stollen des bedeutendsten Hydrothermalgangs der Region.
  • Der Bergbau begann im 13. Jahrhundert, erlebte mehrere Blütezeiten und endete 1974 mit der Schließung der Grube.

Tipps

  • Eintrittskosten liegen bei 10 Euro pro Person für eine etwa 1,5-stündige Führung mit Grubenlok-Einfahrt.
  • Im Bergwerk beträgt die Temperatur etwa 8 Grad Celsius, weshalb warme Kleidung empfohlen wird.

Eigenschaften

Familie Ganzjährig

Über Bergwerk Finstergrund

Das Bergwerk Finstergrund in Wieden, Baden-Württemberg, ist ein ehemaliges Silber- und Bleibergwerk mittelalterlichen Ursprungs, das heute als Besucherbergwerk geführt wird. Es zählt zu den bedeutendsten Fluss- und Schwerspat-Lagerstätten des Schwarzwaldes und ermöglicht Einblicke in über 700 Jahre Bergbaugeschichte. Seit den 1980er Jahren wird es von einem Verein ehemaliger Bergleute betrieben, die das Ziel verfolgen, die bergbauliche Tradition zu bewahren und zu vermitteln.

Die geologischen Gegebenheiten des Bergwerks sind durch hydrothermale Gänge geprägt, insbesondere den Finstergrund-Gang, der bis zu vier Meter mächtig wird. Über einen 430 Meter langen Abschnitt dieses Ganges führt die Besucherführung, die mit einer fahrbaren Grubenbahn im Stollen 5 erfolgt. Diese Strecke gibt einen anschaulichen Einblick in die Arbeitsbedingungen und Technik vergangener Jahrhunderte. Die Grubenbahn, die sowohl bergwärts als auch talwärts eingesetzt wird, ist eine Besonderheit im Schwarzwald und trägt zur authentischen Erlebbarkeit des Bergwerks bei.

Die Geschichte des Bergwerks reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück, als erstmals Blei- und Silbererz abgebaut wurde. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte der Bergbau mehrere Phasen, darunter eine Blütezeit im Mittelalter, eine Unterbrechung über mehrere Jahrhunderte und eine Wiederbelebung im Zuge des industriellen Bedarfs an Flussspat und Schwerspat. Im 20. Jahrhundert wurde der Abbau unter anderem durch Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg geprägt. Der Bergbetrieb wurde schließlich aufgrund von Marktveränderungen und steigender Kosten eingestellt. Kurz darauf gründeten ehemalige Bergleute den Bergmannsverein, um das Bergwerk als Museum zu erhalten.

Die Führung im Bergwerk dauert etwa eine Stunde und umfasst sowohl die Fahrt mit der Grubenbahn als auch ausführliche Erläuterungen zur Geologie, Geschichte und Technik des Bergbaus. Die Temperaturen im Inneren liegen konstant bei etwa acht Grad Celsius, weshalb wärmere Kleidung empfohlen wird. Nach der unterirdischen Tour bietet eine kleine Ausstellung im Gebäude ergänzende Informationen zum Bergbau und zur regionalen Geologie. Gäste loben die hohe Sachkunde der Führungen sowie das gute Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das Bergwerk Finstergrund ist das einzige seiner Art im Schwarzwald und bietet einen seltenen Einblick in die unterirdische Welt des Bergbaus. Neben der Besucherführung besteht die Möglichkeit, das direkt am Gelände gelegene Bergwerkstüble zu besuchen, das warme Speisen anbietet. Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4,7 von fünf Sternen bei über 170 Bewertungen zählt das Bergwerk zu den besonders empfehlenswerten Kultur- und Ausflugszielen der Region.

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