Schloss Lichtenburg
Highlights
- Schloss Lichtenburg in Annaburg beherbergte von 1933 bis 1937 ein Konzentrationslager für Männer.
- Von 1937 bis 1939 war es das erste zentrale Frauen-KZ im Deutschen Reich.
- Heute dient es als Gedenkstätte und Ort der politischen Bildung mit umfangreichen Ausstellungen.
Tipps
- Das Besuchszentrum im ehemaligen Werkstattgebäude bietet umfangreiche Ausstellungen zur Geschichte des KZ Lichtenburg.
- Führungen sind empfehlenswert, um vertiefte Einblicke in die über 500 Jahre alte Geschichte des Ortes zu erhalten.
- Ein Besuch lohnt sich besonders für Interessierte an Geschichte und politischer Bildung; etwa zwei Stunden einplanen.
Eigenschaften
Über Schloss Lichtenburg
Das Schloss Lichtenburg in Annaburg, im Herzen des Landkreises Wittenberg in Sachsen-Anhalt, ist ein bedeutender historischer Ort mit einer vielschichtigen Vergangenheit. Ursprünglich als Renaissanceschloss erbaut, spielte es ab dem frühen 20. Jahrhundert eine zentrale Rolle im nationalsozialistischen Konzentrationslagersystem. Heute dient es als Gedenkstätte und Ort der politisch-historischen Bildung. Die Einrichtung erinnert nicht nur an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, sondern ermöglicht auch eine Auseinandersetzung mit den Mechanismen von Diktatur und Ausgrenzung.
Die Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin vermittelt in ihrem umfangreichen pädagogischen Angebot tiefgehende Einblicke in die Geschichte des Ortes – von seiner Funktion als frühes Konzentrationslager für Männer bis hin zur Rolle als erstes zentrales Frauen-KZ des Reiches. Später wurde es zu einem Außenlager des KZ Sachsenhausen. Die Ausstellungen und Dokumentationen im Besuchs- und Dokumentationszentrum im ehemaligen Werkstattgebäude bieten Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, die komplexe Geschichte des Ortes nachzuvollziehen. Neben stationären Ausstellungen gibt es auch wechselnde Schwerpunktpräsentationen sowie digitale Angebote, die den Zugang zur Geschichte erweitern.
Ein Besuch lohnt sich nicht nur für historisch Interessierte, sondern auch für alle, die sich mit Themen wie Demokratie, Menschenrechte und gesellschaftlicher Verantwortung auseinandersetzen möchten. Die Gedenkstätte legt großen Wert auf barrierearme Zugänglichkeit und innovative Formate – exemplarisch dafür steht der digitale Rundgang, der auch Bereiche des Schlosses zeigt, die derzeit aufgrund von Baumaßnahmen nicht physisch betreten werden können. Das engagierte und hilfsbereite Personal trägt mit seinem Wissen zur Qualität der Führungen und Informationsvermittlung bei.
Trotz eingeschränkter Öffnungszeiten und zeitweiliger Bauarbeiten bietet der Ort Raum für intensive Auseinandersetzungen mit der Vergangenheit. Besucherinnen und Besucher sollten etwa zwei Stunden Zeit einplanen, um die vielfältigen Angebote wahrzunehmen. Die Gedenkstätte ist auch überregionale Bedeutung zukommt, nicht zuletzt wegen ihrer Rolle in der Erinnerungskultur und der politischen Bildungsarbeit im ländlichen Raum des Landkreises Wittenberg.