Denkmal/Gedenkstätte

Burgstelle Willatz

88260 Argenbühl

Highlights

  • Die Burgstelle Willatz in Argenbühl beherbergt die größte Dienstmannenburg des Allgäus mit einem Grundriss von 220 x 75 Metern.
  • Nach ihrer Zerstörung durch die Schweden 1632 wurde die Burg nie wieder aufgebaut und dient heute als sehenswerte Ruine.
  • Seit 1985 sichert der Heimatverein Ratzenried die Anlage und führte umfangreiche Sanierungsarbeiten durch.

Eigenschaften

Parkplatz vorhanden Familie Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Burgstelle Willatz

Die Burgstelle Willatz liegt im Gemeindegebiet von Argenbühl im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg. Sie zählt zu den bedeutenden historischen Sehenswürdigkeiten der Region und zeugt noch heute von ihrer mittelalterlichen Vergangenheit. Die ehemalige Burganlage wurde vermutlich im frühen Mittelalter als Verwaltungs- und Verteidigungsstützpunkt des Klosters St. Gallen errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach, was sich auch in baulichen Veränderungen und Erweiterungen niederschlug. Um die Jahrhundertwende des 15. und 16. Jahrhunderts erlebte die Burg ihre Blütezeit, als sie von den Brüdern Jos und Jacob Humpiß zu einer der größten Burganlagen der Region ausgebaut wurde.

Die heutige Burgruine erstreckt sich auf einem Gelände von etwa 220 Metern Länge und 75 Metern Breite und gliedert sich in mehrere Bauteile, die einst durch Brücken miteinander verbunden waren. Noch um 1841 wurde die Anlage als eine der „herrlichsten, ausgedehntesten und sehenswürdigsten Ruinen des Königreiches Württemberg“ beschrieben. Dennoch wurde die Burg im Jahr 1632 während des Dreißigjährigen Krieges durch schwedische Truppen schwer beschädigt. Danach wurde sie nicht mehr vollständig rekonstruiert. Im Zuge der Säkularisation ging das Lehen zunächst an Kaiser Franz II. über, später gelangte es durch Erbfolge und Heirat an verschiedene Adelsgeschlechter, darunter die Grafen von Beroldingen und die Familie von Waldburg-Zeil.

Ein Großteil des heutigen Ruinenbildes entstand durch den natürlichen Verfall sowie durch den Abbau von Baumaterialien für den Dorfneubau. Im Jahr 1870 wurde auf dem Gelände eine Gruftkapelle im neugotischen Stil errichtet, die jedoch 1904 wieder abgerissen wurde. Seit der Gründung des Heimatvereins Ratzenried im Jahr 1983 wurde der weitere Zerfall gestoppt. Ein Dienstbarkeitsvertrag zwischen den beteiligten Institutionen ermöglichte eine umfassende Sanierung, die 1985 begann. Besonders der nördlichste Teil der Anlage, der ursprüngliche Eingangsbereich, wurde in den Jahren 2006 und 2007 gesichert. Heute bietet die Burgstelle Willatz einen beeindruckenden Ausblick und lädt zu Spaziergängen auf dem Gelände ein.

Besucher berichten von einer malerischen Atmosphäre, besonders bei Sonnenuntergang. Die Ruine bietet ausreichend Platz für Picknicks und Aufenthalte im Freien. Einige Teile der ursprünglichen Bausubstanz sind bis heute erhalten geblieben, was einen guten Eindruck von der einstigen Größe und Architektur vermittelt. Die Burgstelle Willatz ist damit ein lohnendes Ziel für alle, die sich für regionale Geschichte und Burgenlandschaften interessieren. Die Sanierungsbemühungen des Heimatvereins tragen dazu bei, das kulturelle Erbe langfristig zu bewahren.

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