Floßlände
Highlights
- Römische Floßländen in Augsburg belegen die Bedeutung der Stadt als Umschlagplatz für Gütertransporte über den Lech.
- Im Mittelalter entstanden durch das Kanalsystem neue Anlegestellen, die Flöße bis ins Lechviertel führten.
- 1879 wurde eine wichtige Floßlände am Hochablass zu einem Floßhafen ausgebaut, um den Güterverkehr zu steigern.
Tipps
- Frühere Floßländen an den Lechkanälen waren wichtige Umschlagplätze für Gütertransporte, heute sind Reste archäologisch erkundbar.
- Römische Floßländen in der Jakobervorstadt wurden bei Ausgrabungen in den 1990ern entdeckt und belegen die alte Verkehrsbedeutung des Lechs.
- Historische Anlegestellen wie am Sparrenlech entstanden außerhalb der Stadtbefestigung, da Platz innerhalb der Stadt knapp wurde.
Eigenschaften
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Die Floßlände in Augsburg sind ein historischer Zeugnisort der bedeutenden Rolle, die der Lech als Transportweg für Güter und Rohstoffe spielte. Schon zu römischer Zeit, als Augusta Vindelicum die Hauptstadt der Provinz Raetia war, dienten erste Anlegestellen am Fluss als Umschlagplätze für Flöße. Archäologische Funde aus den 1990er Jahren in der nördlichen Jakobervorstadt belegen hölzerne Überreste solcher römischer Floßanlagen. Im Laufe der Jahrhunderte verlagerte sich der Lechlauf jedoch, wodurch diese ursprünglichen Standorte an Bedeutung verloren. Um die Wasserkraft des Lechs für die Stadt nutzbar zu machen, entwickelte Augsburg ein umfangreiches Kanalsystem. Mit dem Bau des Hochablasses wurde das Wasser ganzjährig in die Lechkanäle geleitet, was im Mittelalter zur Entstehung des lebendigen Lechviertels führte. Auch die Flößerei profitierte davon: Flöße befuhren die Kanäle und brachten Holz und andere Waren bis ins Stadtzentrum. Im Zuge wachsender Platzprobleme innerhalb der Stadtbefestigung entstanden neue Anlegestellen außerhalb derselben, etwa am Sparrenlech oder am Kaufbach. Weitere Umschlagstellen gab es am Proviantbach und in unmittelbarer Nähe zu städtischen Einrichtungen. Besondere Bedeutung erlangten die Floßländen direkt am Lech. Eine zentrale Anlegestelle befand sich am westlichen Ufer kurz vor dem Hochablass und wurde im späten 19. Jahrhundert zu einem regelrechten Floßhafen ausgebaut. Dieser Punkt diente nicht nur der Belieferung Augsburgs, sondern ermöglichte auch den Versand von Gütern flussabwärts bis zur Donau und weiter nach Wien. Ein weiteres wichtiges Umschlagzentrum bestand am Ostufer des Lechs bei Lechhausen, das von 1762 bis 1806 als zentraler Knotenpunkt für die bayerweite Holzversorgung fungierte. Ein Höhepunkt der Nutzung war der Neubau des Hochablasswehrs um 1910, bei dem auch ein neuer Floßhafen errichtet wurde. Obwohl mit erheblichem Aufwand realisiert, wurde dieser kaum noch genutzt, da die Ära der Flößerei bereits ihrem Ende zuging. Ein letztes Mal zeigte sich der damalige bayerische König Ludwig III. bei seinem Besuch 1914 für die technischen Errungenschaften am Hochablass interessiert und ließ sich den neu gebauten Floßhafen erklären. Heute erinnern die historischen Bezeichnungen und die Spuren im Stadtbild an die Zeit, als die Flöße eine lebenswichtige Verbindung zwischen Regionen darstellten. Die Floßlände sind somit ein Fenster in die Vergangenheit Augsburgs – eine Stadt, die ihre wirtschaftliche Stärke einst auch dem geschickten Umgang mit dem Fluss verdankte.
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Häufige Fragen zu Floßlände
Was waren Floßländen in Augsburg?
Quelle: wikipedia
Gab es in Augsburg schon römische Floßländen?
Quelle: wikipedia
Wo befanden sich Floßländen im mittelalterlichen Augsburg?
Quelle: wikipedia
Was war der Zweck der Floßländen direkt am Lech?
Quelle: wikipedia