Ella Goldschmidt
Highlights
- Ella Goldschmidt führte nach dem Tod ihres Mannes 1922 das Bankgeschäft in Berlin weiter.
- 1933 verlor sie durch die NS-Verfolgung das Familienunternehmen und musste 1935 emigrieren.
- Sie stellte 1955 einen Entschädigungsantrag für ihre wirtschaftlichen und persönlichen Verluste.
Tipps
- Besucher sollten wissen, dass Ella Goldschmidt eine bedeutende Unternehmerin jüdischer Herkunft war, die in Berlin ein Bankkommissionsgeschäft führte.
- Das ehemalige Wohnhaus am Dernburgplatz 1 (heute Dernburgstraße 4) in Berlin ist ein historischer Bezugsort.
- Interessierte können sich über das Schicksal jüdischer Unternehmer_innen im NS-Regime informieren.
Eigenschaften
Ausflug Kultur Denkmal Ella Goldschmidt Berlin
Ella Goldschmidt war eine bedeutende deutsche Unternehmerin jüdischer Herkunft, die einen wichtigen Platz in der Wirtschaftsgeschichte Berlins einnimmt. Geboren in Hannover, verbrachte sie einen Großteil ihres Lebens in Berlin, wo sie nach dem frühen Tod ihres Ehepartners das Bankkommissionsgeschäft ihres Mannes Julius Goldschmidt übernahm und erfolgreich führte. Gemeinsam mit ihrer Tochter Else gelang es ihr, das Unternehmen auch in schwierigen Zeiten weiterzuführen und wirtschaftlich stabil zu halten.
Ihre berufliche Laufbahn wurde jedoch durch die nationalsozialistischen Verfolgungsmaßnahmen grundlegend unterbrochen. Nach der Machtübernahme der NSDAP verlor die Familie den Betrieb und damit ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage. In ihrem späteren Entschädigungsantrag beschrieb Ella Goldschmidt eindringlich den Verlust des langjährig aufgebauten Firmenwerts und die wirtschaftlichen Auswirkungen der erzwungenen Unternehmensauflösung. Die wirtschaftliche Isolation und der Verlust aller Erwerbsmöglichkeiten zwangen sie und ihre Familie schließlich zur Emigration.
1935 verließ Ella Goldschmidt Deutschland und ging nach Südafrika, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte. Vor der Emigration musste sie ihren gesamten Hausstand unter erheblichen Wertverlusten veräußern, darunter wertvolle Kunstgegenstände und Porzellansammlungen, ohne angemessenen Ausgleich zu erhalten. In der Folge lebte sie unter prekären Bedingungen und war finanziell vollständig von ihrer Tochter abhängig, da sie aufgrund ihres Alters und ihres Gesundheitszustands keine Erwerbstätigkeit mehr aufnehmen konnte.
Im Zuge des Bundesgesetzes zur Entschädigung für Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung stellte Ella Goldschmidt einen Antrag auf Wiedergutmachung. Das Verfahren zog sich über Jahre hin und musste mehrfach durch Anwälte und jüdische Organisationen vorangetrieben werden. Erst 1958 erhielt sie eine rückwirkende Rentenzahlung sowie eine monatliche Unterstützung, die ihre Lebensumstände zumindest teilweise verbesserte. Diese Anerkennung kam jedoch erst lange nach den schwersten Jahren ihrer Verfolgung und ihrer Emigration.
Heute erinnert der nach ihr benannte Ort im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg an Ella Goldschmidt und ihre herausragende Rolle als Unternehmerin, Emigrantin und Überlebende der NS-Zeit. Ihr Schicksal spiegelt die Erfahrungen vieler jüdischer Unternehmer wider, die durch die nationalsozialistischen Gesetze Entrechtung, Expropriation und letztlich Vertreibung erfahren mussten. Ihr Leben steht exemplarisch für wirtschaftlichen Aufstieg, Entrechtung und den Kampf um Anerkennung in der Nachkriegszeit.
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Häufige Fragen zu Ella Goldschmidt
Wer war Ella Goldschmidt?
Quelle: wikipedia
Wann lebte Ella Goldschmidt in Berlin?
Quelle: wikipedia
Was geschah mit Ella Goldschmidts Geschäft unter den Nationalsozialisten?
Quelle: wikipedia
Wann emigrierte Ella Goldschmidt und warum?
Quelle: wikipedia