Kath. Kirche St. Ansgar
Highlights
- Die Kath. Kirche St. Ansgar in Berlin wurde 1957 im Rahmen der Interbau als Ersatz für eine 1943 zerstörte Kirche errichtet.
- In der Kirche befinden sich drei Glocken aus Gussstahl, die 1957 vom damaligen Bundeskanzler Conrad Adenauer gestiftet wurden.
Tipps
- Die Kirche St. Ansgar liegt im Hansaviertel, direkt gegenüber vom Gripstheater.
- Das Gebäudeensemble ist Teil der Interbau und unter Denkmalschutz.
- Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen finden regelmäßig statt.
Eigenschaften
Über Kath. Kirche St. Ansgar
Die Katholische Kirche St. Ansgar befindet sich im Berliner Ortsteil Hansaviertel und gehört zur Pfarrei St. Elisabeth. Sie wurde ursprünglich 1926 als Tochtergemeinde der Pfarrei St. Sebastian gegründet und erhielt 1941 den Status einer eigenständigen Pfarrei. Die Vorgängerkirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, woraufhin die Gemeinde zunächst in einer provisorischen Notkirche Gottesdienste feierte. Der Neubau der heutigen Kirche erfolgte im Zuge der Interbau 1957 und steht seitdem unter Denkmalschutz.
Die Architektur der Kirche wurde vom Architekten Willy Kreuer entworfen und folgt dem Konzept eines „Pfarrgehöfts“, zu dem neben dem Kirchengebäude auch Sakristei, Pfarrhaus und Gemeindesaal zählen. Das Kirchenschiff hat einen parabelförmigen Grundriss, wobei die Altarwand im Scheitel der Parabel liegt. Die Außenwände bestehen aus Ziegel und Stahlbeton, wobei der südliche Bogen durch senkrechte Fensterbänder zwischen sägezahnförmigen Stützen geprägt ist. Die tragende Struktur ist als Sichtbeton-Skelettbau ausgeführt, die Decke im Innenraum neigt sich leicht Richtung Altar. Der seitlich angeordnete Campanile besteht aus drei Betonstützen, von denen eine sich turmartig als Kreuz fortsetzt.
In der Kirche befinden sich drei Glocken aus Gussstahl, die 1957 vom Bochumer Verein gegossen wurden und deren Schlagtöne auf das Geläut der benachbarten Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche abgestimmt sind. Die Ausstattung wurde im Zuge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils angepasst. Der Altarraum wurde umgestaltet, der Volksaltar in den Raum vorgeschoben. Kunstwerke umfassen unter anderem eine Kreuzigungsgruppe aus Stucco lustro von Ludwig Gabriel Schrieber sowie ein Fresko-Teppich mit den Stationen des Kreuzwegs von Ludwig Peter Kowalski. Eine Bronze-Statue des Schutzpatrons Ansgar wurde 1995 aufgestellt. Über dem Eingang schwebt eine Betonplatte, die als Empore für eine dreimanualige Orgel mit 31 Registern dient.
Die Gemeinde St. Ansgar fusionierte 2003 mit der Gemeinde St. Laurentius. Die Kirche gilt als Beispiel für den modernen Sakralbau der Nachkriegszeit und wird gelegentlich auch für Treffen des Bürgervereins Hansaviertel genutzt. Sie liegt unweit des Gripstheaters und gehört zu den wenigen katholischen Kirchen im Bezirk Mitte. Die Kirche steht in unmittelbarer Nachbarschaft zur evangelischen Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche, mit der sie architektonisch und städtebaulich eng verbunden ist.