St. Ansgar
Highlights
- Die St.-Ansgar-Kirche in Berlin-Hansaviertel wurde 1957 im Rahmen der Interbau als Ersatz für eine 1943 zerstörte Kapelle errichtet.
- Der Kirchenkomplex besteht aus Kirche, Sakristei, Pfarrhaus und Gemeindesaal und steht unter Denkmalschutz.
- Die Kirche hat einen parabelförmigen Grundriss, moderne Sakralbauweise und ein Glockengeläut von 1957, gestiftet von Kanzler Adenauer.
Tipps
- Die Kirche St. Ansgar liegt im Hansaviertel, direkt gegenüber vom Gripstheater.
- Interessante Architektur der Nachkriegszeit, Teil des Denkmalschutz-Ensembles Interbau.
- Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen finden im Kirchenkomplex statt, der auch Sakristei, Pfarrhaus und Gemeindesaal umfasst.
Eigenschaften
Über St. Ansgar
Die römisch-katholische Kirche St. Ansgar befindet sich im Berliner Ortsteil Hansaviertel und zählt heute zum pastoralen Raum St. Ansgar innerhalb der Pfarrei St. Elisabeth im Erzbistum Berlin. Ursprünglich 1926 als Tochtergemeinde von St. Sebastian in Wedding gegründet, entwickelte sich die Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg neu und baute 1957 ihre heutige Kirche – ein zeitgenössisches Bauwerk der Nachkriegsmoderne. Der Kirchenkomplex in der Klopstockstraße steht seitdem unter Denkmalschutz und gehört wie die benachbarte Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche zur Interbau, der ersten realisierten Bauausstellung in Berlin.
Das Kirchengebäude wurde vom Architekten Willy Kreuer entworfen und folgt dem Konzept eines „Pfarrgehöfts“, das neben dem Kirchenschiff mit Sakristei, Pfarrhaus und Gemeindesaal eine geschlossene Bauensemble bildet. Die Architektur zeichnet sich durch klare Formen, Sichtbeton und moderne Materialien aus. Der Grundriss des Kirchenschiffs folgt einer Parabelform, wobei der nördliche Bogen durch eine massive Ziegelwand gebildet wird, die als Lärmschutz zur nahegelegenen Stadtbahn dient. Die südliche Seite öffnet sich durch Stahlbetonstützen und Fensterbänder zur Eingangsfront. Die Kassettendecke neigt sich sanft zum erhöhten Altarraum hin, der durch indirekte Beleuchtung aus Fenstern zwischen Deckenbereichen erhellt wird.
Ein markantes Element der Kirche ist der seitlich angeordnete Campanile, der aus drei Betonstützen besteht, von denen eine sich kreuzförmig nach oben verjüngt. Im Glockenstuhl befinden sich drei Glocken aus Gussstahl, die 1957 vom Bochumer Verein gegossen wurden und in ihrer Tonhöhe auf das benachbarte Glockenspiel der evangelischen Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche abgestimmt sind. Die Ausstattung des Innenraums wurde im Zuge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils angepasst. Neben dem erweiterten Altarraum beherbergt die Kirche ein Fresko von Ludwig Peter Kowalski mit den Stationen des Kreuzweges sowie eine Statue des Schutzpatrons Ansgar aus Bronze. Über dem Eingang thront eine freischwebende Betonplatte, die als Empore für eine Orgel mit 31 Registern dient.
St. Ansgar hat nicht nur eine sakrale, sondern auch eine kulturelle Funktion im Stadtteil: Hier finden nicht nur Gottesdienste statt, sondern auch Treffen des Bürgervereins Hansaviertel e. V., sofern die Hansabibliothek nicht zur Verfügung steht. Die Kirche gilt als Beispiel für den modernen Sakralbau der 1950er Jahre und wird von Besuchern und Experten gleichermaßen als architektonische Musterlösung gewürdigt. Mit ihrer klaren Formensprache und funktionalen Gestaltung verkörpert sie den Geist der Nachkriegszeit und trägt gleichzeitig zur kulturellen wie religiösen Vielfalt Berlins bei.