Paula Guttmann
Tipps
- Besucher können den Stolperstein vor dem Haus in der Brünnhildestraße 3 in Berlin-Friedenau aufsuchen.
- Die ehemalige Wohnung in der Innsbrucker Straße 3 war ein weiterer Ort des Gedenkens.
- Informationen zur Biografie sind auf der Website der Stolpersteine Berlin zu finden.
Eigenschaften
Ausflug Kultur Denkmal Berlin - Paula Guttmann
Paula Guttmann, geborene Eisenstädt, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Lissa (heute Leszno in Polen) geboren. Sie wuchs in einer jüdischen Familie auf und etablierte sich später als engagierte Persönlichkeit in Berlin, wo sie zeitweise in der Brünnhildestraße im Bezirk Friedenau lebte. Dort teilte sie ihre Wohnung mit anderen, was unter den prekären Bedingungen der nationalsozialistischen Verfolgung eine Form der gegenseitigen Unterstützung darstellte. Ihre Tochter Hildegard konnte vor den Deportationen nach England emigrieren, was viele ihrer Familienangehörigen nicht schafften.
Paula Guttmann war mit Siegfried Guttmann verheiratet, der bereits 1923 verstarb. In späteren Jahren heiratete sie den Musikwissenschaftler Oskar Guttmann, der als Komponist, Dirigent und Kritiker in Berlin und später in der jüdischen Kulturszene aktiv war. Das Paar engagierte sich gemeinsam in der Berliner Kulturszene, insbesondere in der jüdischen Gemeinde, nachdem Oskar Guttmann ab 1930 als Chordirigent an der Synagoge Levetzowstraße und später an der Neuen Synagoge tätig wurde. Paula Guttmann selbst wurde zunehmend von der nationalsozialistischen Verfolgung betroffen und lebte zuletzt bei ihrem Bruder in Schöneberg.
Im Rahmen der systematischen Deportationen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurde Paula Guttmann am 2. April 1942 im Zuge des 12. Transports von Berlin aus nach Warschau deportiert. Von dort gelangte sie möglicherweise in das Durchgangslager Trawniki nahe Lublin, wo ihre Spur verschwindet. Ihr genaues Todesdatum ist nicht bekannt. Ihr Leben ist heute Teil der Erinnerungskultur Berlins und wird durch einen Stolperstein gewürdigt, der an ihre letzte bekannte Wohnadresse erinnert. Ihre Geschichte spiegelt das Schicksal vieler jüdischer Bürgerinnen und Bürger wider, die in Berlin lebten und unter den rassistischen Verfolgungsmaßnahmen des NS-Regimes ihr Leben verloren.