Peter Eisner
Highlights
- Peter Eisner wurde 1924 in Berlin geboren und wuchs im Stadtteil Tiergarten auf.
- 1938 floh er mit seiner Familie über Prag und Warschau nach England, um der nationalsozialistischen Gewalt zu entgehen.
- Nach Kriegsbeginn diente er in der britischen Armee und ließ sich später in London nieder.
Eigenschaften
Ausflug Kultur Denkmal Berlin Peter Eisner
Der POI „Peter Eisner“ in Berlin erinnert an das Schicksal einer jüdischen Familie, die während der nationalsozialistischen Zeit aus Deutschland fliehen musste. Peter Eisner, geboren 1924 in Berlin, wuchs in der Genthiner Straße im Stadtteil Tiergarten auf. Seine Eltern, Rudolf und Hildegard Eisner, lebten dort mit ihren beiden Kindern in bürgerlichen Verhältnissen. Der Vater war Unternehmer und betrieb ein erfolgreiches Stahlwerk, das jedoch im Zuge der arischen Rassenpolitik enteignet und übernommen wurde.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten veränderte sich das Leben der Familie grundlegend. 1938 flohen Rudolf Eisner, seine Frau Hildegard und ihre Kinder zunächst nach Prag, später weiter nach Warschau, bevor sie schließlich England erreichten. Kurz vor Kriegsausbruch kamen sie dort an. Peter musste sich rasch an eine neue Sprache und Kultur anpassen. Nachdem er in die britische Armee eingezogen war, änderte er seinen Namen in Peter Roderick Easton. Er wurde in Kenia und Tansania stationiert und kämpfte dort im Rahmen des Zweiten Weltkriegs.
Nach dem Krieg baute Peter Eisner in London ein neues Leben auf. Er arbeitete im Bereich Public Relations und wurde später auch im politischen Bereich aktiv – unter anderem kandidierte er für das britische und das europäische Parlament. Seine Identität als Jude prägte ihn weiterhin, obwohl er sich privat vom Judentum distanzierte und zeitweise zum Protestantismus konvertierte. In seiner zweiten Ehe mit Bobbie Cecile, geborene Toemann, bekam er drei Kinder: Lynne, Nicola und Antony. Nach dem Tod seiner Frau zog er in den 1980er Jahren nach Hampshire, um näher bei seiner Mutter und Schwester zu leben.
Der Gedenkort für Peter Eisner befindet sich in der Genthiner Straße in Berlin-Tiergarten. Dort erinnert ein Stolperstein an das Leben und Schicksal der Familie Eisner. Die Stolpersteine sind Teil eines größeren Erinnerungsprojekts, das das Schicksal jüdischer Bürgerinnen und Bürger sichtbar machen will, die aus Berlin fliehen oder ermordet wurden. Peter Eisner selbst überlebte die nationalsozialistische Verfolgung und starb als stolzer Engländer und Europäer – ein Symbol für die Brücke zwischen zwei Kulturen und Nationen.