Thaer-Denkmal
Highlights
- Das Thaer-Denkmal in Berlin ehrt den preußischen Landwirtschaftsreformer Albrecht Thaer (1752–1828).
- Die Originalskulptur von 1860 steht heute im Thaer-Institut der Humboldt-Universität.
- Auf dem Schinkelplatz wurde 2000 eine Kopie des Denkmals mit rekonstruiertem Postament aufgestellt.
Tipps
- Das Thaer-Denkmal auf dem Schinkelplatz ist eine Kopie des Originals, das im Thaer-Institut der Humboldt-Universität steht.
- Das Denkmal wurde 2000 an seinem ursprünglichen Standort mit Spenden neu errichtet.
- Die erhaltenen und rekonstruierten Reliefs am Postament zeigen Allegorien zur Landwirtschaft.
Eigenschaften
Über Thaer-Denkmal
Das Thaer-Denkmal in Berlin erinnert an Albrecht Thaer, einen bedeutenden preußischen Landwirtschaftsreformer des 19. Jahrhunderts. Es steht auf dem Schinkelplatz im Berliner Ortsteil Mitte und gilt als eines der frühesten Bürgerdenkmäler der Stadtgeschichte. Die heute sichtbare Skulptur ist eine 2000 aufgestellte Kopie des ursprünglichen Denkmals, das erstmals 1860 enthüllt worden war. Das Original befindet sich seit 1952 im Vestibül des Thaer-Instituts für Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Humboldt-Universität. Die Figur zeigt Thaer in zeitgenössischer Kleidung, den Kopf zur Seite geneigt, die rechte Hand in dozierender Geste erhoben und die linke auf einen Pflug gestützt – ein Symbol seiner tiefen Verbindung zur Landwirtschaft.
Das Denkmal entstand im Rahmen eines Engagements des späteren Kaisers Wilhelm I., der auf dem Schmuckplatz vor der Bauakademie drei Standbilder in einem Halbkreis errichten ließ. Nach der Enthüllung des Thaer-Denkmals folgten die Denkmäler für Beuth und Schinkel. Mit deren vollständiger Anlage wurde der Platz in Schinkelplatz umbenannt. Die monumentale Bronzeplastik wurde von Christian Daniel Rauch entworfen, der das Modell noch vor seinem Tod 1857 fertigstellte. Die Ausführung erfolgte dann durch seinen Mitarbeiter Hugo Hagen, der auch das steinerne Postament sowie die zugehörigen Bronzereliefs schuf. Die kunstvolle Ausschmückung des dreiteiligen Postaments aus rotem Granit zeigt unter anderem Allegorien der Landwirtschaft, Wissenschaft, Gesundheit, Philosophie sowie Szenen aus Thaers pädagogischer und familiärer Umgebung.
Während des Zweiten Weltkriegs erlitt das Denkmal Kriegsbeschädigungen und wurde in der DDR-Zeit gemeinsam mit den anderen Schinkelplatz-Denkmälern abgerissen, um Platz für das neue Außenministerium der DDR zu schaffen. Erst nach der Wiedervereinigung wurde der Schinkelplatz rekonstruiert. Die Kopie des Thaer-Denkmals wurde durch Spenden finanziert und an den historischen Standort gestellt. Bei der Rekonstruktion des Postaments konnten drei der ursprünglich acht Reliefs übernommen werden; die übrigen wurden 2008 anhand historischer Aufnahmen nachgebildet. Trotz seines relativ jungen Alters ist das Denkmal als Teil des Schinkelplatz-Ensembles unter Denkmalschutz gestellt. Es repräsentiert nicht nur die Leistung eines visionären Agrarreformers, sondern auch den Wandel der Berliner Stadtgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert.