Kirche/Kloster

Kollegiatstift St. Severus

Marktpl. 17, 56154 Boppard

Tipps

  • Die Basilika St. Severus in Boppard ist ein bedeutendes Beispiel spätromanischer Architektur und steht auf den Fundamenten einer frühchristlichen Kirche aus dem 6. Jahrhundert.
  • Besucher finden beeindruckende Ausstattung wie farbige Gewölbe, ein Triumphkreuz aus dem 13. Jahrhundert und die Severus-Tumba.
  • Die Kirche ist Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal und erheben sich auf dem Gelände des ehemaligen römischen Kastells.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Kollegiatstift St. Severus

Die Basilika St. Severus in Boppard zählt zu den bedeutenden sakralen Bauten des rheinischen Spätromanikstils und prägt maßgeblich das Stadtbild. Erbaut im 12. und 13. Jahrhundert, entstand die Kirche auf dem Gelände eines ehemaligen römischen Kastells, unmittelbar an der Stelle des früheren Militärbades. Archäologische Funde belegen, dass bereits im 5. Jahrhundert eine frühchristliche Kirche existierte, deren Taufbecken heute noch erhalten ist. Diese erste Anlage wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgebaut, ehe der heutige Baukörper im Mittelalter entstand.

Die Kirche gilt als eines der herausragenden Beispiele spätromanischer Architektur am Mittelrhein. Charakteristisch sind die zwei schlanken Westtürme sowie die farbig gestalteten Gewölbe im Inneren. Die Bauzier mit Lisenen, Rundbogenfriesen und Schlüssellochfenstern zeigt deutliche stilistische Anleihen an die Liebfrauenkirche in Andernach sowie die Peterskirche in Bacharach. Die ursprünglich niederrheinisch geprägte Formensprache wurde im 17. Jahrhundert durch die heutigen Spitzhelme ergänzt. Im Inneren beeindrucken zudem das Triumphkreuz aus dem 13. Jahrhundert, die Severus-Tumba sowie die restaurierten Wandmalereien, darunter die Darstellung der Severuslegende.

Patron der Kirche ist der hl. Severus von Ravenna, ein Bischof des 4. Jahrhunderts, dem die erste karolingische Vorgängerkirche geweiht war. Seit 2014 trägt die Basilika den Titel einer Basilica minor, verliehen durch Papst Franziskus. Die Kirche ist Teil der katholischen Pfarrei Mittelrhein Sankt Josef und wird als eingetragenes Kulturdenkmal des Landes Rheinland-Pfalz geschützt. Seit 2002 gehört sie zudem zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Ihre historische und architektonische Bedeutung wird durch kontinuierliche Restaurierungsarbeiten gewahrt, die unter anderem die Innenräume und die bemalten Flächen in den letzten Jahren erneuert haben.

Die räumliche Lage der Basilika innerhalb des historischen Stadtkerns unterstreicht ihre zentrale Rolle in der Entwicklung Boppards. Sie erhebt sich über dem ehemaligen Kastellgelände, das nach dem Abzug der römischen Truppen zur Siedlung wurde. Der südlich angrenzende Bereich, einst Teil des Stiftsbezirks mit Friedhof, ist heute mit dem Marktplatz verbunden. Die Kirche steht damit an der Schnittstelle zwischen römischer Militärgeschichte und christlicher Tradition, was sich auch in den erhaltenen Grabsteinen aus der Spätantike widerspiegelt.

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