St Severus Kirche
Highlights
- Sie entstand auf dem Gelände eines römischen Kastells und beherbergt heute eine frühchristliche Taufanlage aus dem 6. Jahrhundert.
- Seit 2002 ist die Kirche Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal, 2014 wurde sie vom Papst zur Basilica minor erhoben.
Tipps
- Im Inneren der Kirche sind farbige Gewölbe, ein Triumphkreuz aus dem 13. Jahrhundert sowie eine szenische Wandmalerei zu sehen.
- Zu den Besonderheiten zählen das erhaltene frühchristliche Taufbecken und die sieben Glocken, die eines der bedeutendsten Geläute am Mittelrhein bilden.
Eigenschaften
Über St Severus Kirche
Die Basilika St Severus in Boppard zählt zu den bedeutenden sakralen Bauten des Rheinlands und prägt maßgeblich das Stadtbild. Erbaut im 12. und 13. Jahrhundert, entstand die Kirche auf dem Gelände eines ehemaligen römischen Kastells, unmittelbar an der Stelle des früheren Militärbades. Diese Lage sicherte nicht nur eine gewisse Hochwassersicherheit, sondern verankerte den christlichen Ort tief in die Geschichte der Region. Die heutige Kirche wurde auf den Fundamenten einer frühchristlichen Basilika des 6. Jahrhunderts errichtet, von der archäologische Funde wie ein Taufbecken und eine Kanzelanlage (Ambo) zeugen. Diese frühe Kirche legt nahe, dass Boppard bereits in der Spätantike ein Zentrum christlicher Gemeindebildung war.
Im Laufe der Jahrhunderte durchlief die St-Severus-Kirche mehrere Bauphasen. Nach der Zerstörung einer karolingischen Vorgängerkirche im 10. Jahrhundert wurde zunächst eine kleinere Kirche errichtet, bevor der heutige Bau im ausgehenden 12. und beginnenden 13. Jahrhundert in mehreren Abschnitten entstand. Die charakteristischen Westtürme stammen aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, das Langhaus wurde Anfang des 13. Jahrhunderts fertiggestellt. Der Chor folgte einige Jahre später und wurde vermutlich Anfang der 1230er Jahre geweiht. Stilistisch gehört die Kirche der rheinischen Spätromanik an und orientiert sich an Vorbildern wie der Liebfrauenkirche in Andernach sowie der Peterskirche in Bacharach. Die Doppelturmfassade mit ihren späteren Spitzhelmen prägt bis heute die Silhouette der Stadt.
Die Kirche ist dem hl. Severus von Ravenna geweiht, einem Bischof des 4. Jahrhunderts, dessen Reliquien im frühen Mittelalter nach Boppard gelangten. Seit 2014 trägt sie den Titel einer Basilica minor, verliehen durch Papst Franziskus. Die St.-Severus-Kirche ist Teil der Pfarrei Mittelrhein Sankt Josef und zählt sowohl als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung als auch seit 2002 zum UNESCO-Welterbe „Oberes Mittelrheintal“. Das Innere der Kirche beeindruckt durch seine spätromanische Architektur, farbige Gewölbe und bemalte Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert. Besonders bemerkenswert ist die Severuslegende, die sich auf der Nordwand des Langhauses darstellt, sowie die seltenerhaltene Darstellung frühchristlicher Ausstattungselemente wie des Taufbeckens.
Die Kirche hat mehrere Renovierungen erfahren, zuletzt in den Jahren 2010 sowie in den 1960er Jahren. In jüngster Zeit wurden unter anderem die Wandmalereien restauriert, die Innenbeleuchtung modernisiert und die Akustik verbessert. Auch die Reliquien der Bopparder Märtyrer wurden erstmals seit über 250 Jahren gereinigt. Die Innenräume offenbaren eine kunsthistorisch wertvolle Polychromie, die trotz der Abnutzung durch Jahrhunderte eine außergewöhnliche Farb- und Formenvielfalt zeigt. Die Emporenbasilika bleibt sowohl liturgisch als auch architektonisch ein zentraler Ort im kulturellen Leben Boppards und des gesamten Mittelrheintals.