Wasserturm
Tipps
- Der Wasserturm in Waldsieversdorf ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk aus dem Jahr 1897 und bietet eine kleine Ausstellung sowie informative Tafeln im Innenraum.
- Der Aufstieg zum Aussichtsbereich ist einfach, doch das Öffnen der Dachluke kann etwas Kraft erfordern. Kostenloses Fernrohr vorhanden.
- Im Metallkasten beim Turm befindet sich ein Gästebuch, in dem Besucher ihre Eindrücke hinterlassen können. Eine Bücherbörse ergänzt das Angebot.
Eigenschaften
Über Wasserturm
Der Wasserturm in Waldsieversdorf im Landkreis Märkisch-Oderland ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk mit einer besonderen historischen Bedeutung. Errichtet im Jahr 1897 durch den Berliner Fabrikanten Ferdinand Kindermann, diente der elf Meter hohe Turm ursprünglich zur Wasserversorgung der dortigen Villenkolonie. Das Wasser wurde aus dem Roten Luch über eine artesische Quelle namens Margaretenquelle gewonnen und über eine rund 800 Meter lange Leitung in den Turm geleitet. Mithilfe einer Wasserkraftpumpe wurde es in einen Behälter mit einem Fassungsvermögen von etwa 70.000 Litern gepumpt und von dort in die Häuser verteilt. Noch heute zeugt die restaurierte Technik im Inneren vom damaligen ingenieurskundlichen Können.
Architektonisch überzeugt der achteckige Wasserturm durch seine klassische Form und den roten Ziegelbau, der auf einem weißen Sockel errichtet wurde. Im Erd- und Obergeschoss sorgen schmale Fensteröffnungen für ausreichend Licht. Das Gebäude ist mit weißem Putz veredelt, während das Gesims in braun-gelb gehalten ist. Abgeschlossen wird der Turm von einer zinnenartigen Brustwehr, ebenfalls aus Ziegelsteinen gefertigt. Im Inneren befindet sich nicht nur die historische Wasserversorgungstechnik, sondern auch ein kleiner Wassertank mit Füllstandsanzeige. Vor dem Turm erinnert ein Gedenkstein an das zehnjährige Bestehen der Kolonie Kindermanns.
Seit 1998 ist der Wasserturm für Besucher geöffnet und bietet nicht nur Einblicke in die historische Technik, sondern auch einen beeindruckenden Ausblick auf die umliegende Landschaft. Der Aufstieg ist einfach und führt über eine Treppe mit weißem Geländer bis zur Plattform im Turm. Die Dachluke ist etwas schwergängig, doch lohnt sich der kleine Kraftakt: Von oben erstreckt sich ein Panoramablick über die Märkische Schweiz, die mit ihren Wäldern und Seen zu den Naturschätzen Brandenburgs zählt. Ein kostenloses Fernrohr unterstützt das Beobachten der Ferne, während ein Metallkasten vor Ort als kreatives Gästebuch genutzt wird.
Im Inneren des Turms finden regelmäßig wechselnde Ausstellungen statt, darunter beispielsweise Werke zeitgenössischer Künstler oder regionale Kulturprojekte. Bücherregale laden zum Stöbern ein und ergänzen das kulturelle Angebot vor Ort. Die Gemeinde betont mit dem Wasserturm nicht nur ihre technische Geschichte, sondern schafft auch einen modernen Begegnungs- und Kulturort. Besonders während des traditionellen Jägerfests, das seit 1978 gefeiert wird, wird der Turm zu einem zentralen Treffpunkt für Einheimische und Gäste.
Der Wasserturm ist somit mehr als nur ein ehemaliges technisches Bauwerk – er verkörpert die Verbindung von Geschichte, Architektur und Natur in Waldsieversdorf. Mit seiner gepflegten Umgebung, der interessanten Technik und der Aussichtsplattform ist er ein lohnendes Ausflugsziel für alle, die die Region zwischen Däbersee und Papillensee erkunden möchten. Der Turm steht exemplarisch für die Heimatliebe und den Ideenreichtum der Waldsieversdorfer – und lädt dazu ein, Geschichte hautnah zu erleben.