See

Bernshäuser Kutte

36457 Urnshausen

Highlights

  • Die Bernshäuser Kutte ist mit 250 m Durchmesser und 4,8 Hektar Fläche der größte See der Thüringer Rhön.
  • Der kreisrunde Erdfallweiher entstand durch Einsturz von Hohlräumen im Zechstein-Salinar und liegt 500 m südöstlich von Bernshausen.
  • Seit 1942 steht die Bernshäuser Kutte unter Naturschutz und gehört zum FFH-Gebiet sowie zum Biosphärenreservat Rhön.

Eigenschaften

Outdoor Parkplatz vorhanden Familie Entspannt Ganzjährig

Über Bernshäuser Kutte

Die Bernshäuser Kutte ist ein beeindruckender Erdfallsee im thüringischen Urnshausen, einem Ortsteil der Gemeinde Dermbach im Wartburgkreis. Mit einem Durchmesser von rund 250 Metern und einer Tiefe von bis zu 47 Metern zählt sie zu den tiefsten Seen der Region und gilt als größter See der Thüringer Rhön. Der kreisrunde Weiher liegt etwa 500 Meter südöstlich von Bernshausen und ist in den mittleren Buntsandstein eingesenkt. Die Wasserfläche erstreckt sich über rund 4,8 Hektar und liegt auf einer Höhe von etwa 383,6 Metern über dem Meeresspiegel.

Der See entstand durch den Einsturz von unterirdischen Hohlräumen des Zechstein-Salinars und gehört somit zu einer ganzen Gruppe von Erdfallweihern zwischen Urnshausen und Roßdorf. Umgeben wird die Bernshäuser Kutte von dichten Laubwäldern, die die Sandsteinhänge bis dicht ans Ufer hinab bedecken. Diese natürliche Waldumgebung verleiht dem See ein besonders idyllisches und abgeschiedenes Ambiente. Im Nordwesten des Sees hat sich ein natürlicher Überlauf gebildet – der sogenannte Froschbach – der sich in nordwestlicher Richtung durch das Gelände schlängelt.

Die Bernshäuser Kutte ist ein sogenannter meromiktischer See, was bedeutet, dass sich das tiefe Wasser nur sehr langsam mit dem oberflächennahen Wasser vermischt. Selbst im Sommer erwärmt sich das Wasser daher kaum, und die Temperaturen bleiben konstant niedrig. Der See verfügt über keine oberirdischen Zuflüsse und wird ausschließlich durch Niederschläge gespeist. Grundwasser spielt nur eine untergeordnete Rolle. Aufgrund dieser besonderen hydrologischen Eigenschaften sowie der tiefen, sauerstoffarmen Wasserschichten ist der See anfällig für Eutrophierung, was sich in den vergangenen Jahrzehnten in einer Abnahme des Sauerstoffgehalts in verschiedenen Tiefenbereichen zeigte.

Aufgrund ihrer geologischen Besonderheit und ökologischen Bedeutung steht die Bernshäuser Kutte unter Naturschutz. Bereits 1942 wurde das Gebiet auf Grundlage des Reichsnaturschutzgesetzes zum Naturschutzgebiet erklärt. Heute umfasst das Schutzgebiet etwa 13,06 Hektar und ist zudem Teil des FFH-Gebiets „Forstloch-Pleß-Stoffelskuppe-Bernshäuser Kutte“, das zum europäischen Natura-2000-Netz gehört. Obwohl das Baden im See offiziell untersagt ist, wird dies immer wieder missachtet, was zu erheblichen Belastungen der Uferbereiche führt.

Die Bernshäuser Kutte ist ein lohnendes Ausflugsziel für Naturliebhaber und Wanderfreunde. Der meist bewaldete Umrundungspfad bietet einen abwechslungsreichen Blick auf den tiefblauen See und lädt zu ruhigen Spaziergängen ein. Besonders im Herbst erstrahlt die Umgebung in prächtigen Laubfarben, wobei der Weg aufgrund von Blättern und Feuchtigkeit mit Vorsicht zu begehen ist. Wer die Kutte besucht, sollte geeignete Schuhe tragen, da der Gelände stellenweise uneben und naturbelassen ist – ein Zustand, der den ursprünglichen Charakter des Sees bewahrt und an einen Nationalpark erinnert.

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