Denkmal/Gedenkstätte

Fundament des Gasometer I (1879-87; Theodor Friedrich)

Gasanstaltstraße 8, 01277 Dresden

Highlights

  • Das Gebäude nutzte gekuppelte Rundbogenfenster auf quaderverputztem Sockelgeschoss – typisch für die industrielle Architektur der Gründerzeit.
  • Als erste selbsttragende Stahlbetonkonstruktion Europas (1892) markierte der Nachfolgebau Gasometer II (heute Panometer) einen Meilenstein im Ingenieurbau.

Tipps

  • Der Besuch bietet Einblicke in die frühe Nutzung von Stahlbeton als tragendes Baumaterial, wie es im Gasbehälter II (1892) erstmals in Europa realisiert wurde.
  • Die erhaltene Toranlage und die massive Ziegelummauerung des Gasbehälters I vermitteln einen Eindruck von der ursprünglichen Funktion als Teil der städtischen Gasanstalt Reick.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Fundament Gasometer I Dresden – Kulturdenkmal

Unter der Leitung des Architekten Theodor Friedrich entstand hier einer der ersten Gasbehälter der Stadt, der zur Versorgung mit Stadtgas beitrug – einem zentralen Energieträger für die wachsende Metropole. Das Fundament bildet den unterirdischen Sockel des ehemaligen Gasometers, der als Teil der Gasanstalt Reick die Grundlage für die spätere Speicherung und Verteilung von Gas bildete.

Der Gasometer Reick war Teil eines größeren Komplexes, der sich durch seine technische Innovation und architektonische Gestaltung auszeichnete. Die beiden ursprünglichen Gasbehälter – darunter der erste – wurden als Niederdruckspeicher mit einem Durchmesser von 54 Metern und einer Höhe von rund 24 Metern errichtet. Die Außenmauern ruhten auf einem Sockelgeschoss mit Putzquaderung, während gekuppelte Rundbogenfenster das Erscheinungsbild prägten. Obwohl der eigentliche Gasbehälter später abgerissen wurde, bleibt das Fundament als sichtbarer Rest der historischen Infrastruktur erhalten und verweist auf die Bedeutung der Gasanstalt für die Energieversorgung der Stadt.

Die Gasanstalt Reick entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem zentralen Ort der Dresdner Industriegeschichte. Besonders bekannt wurde der spätere Gasbehälter III, der zwischen 1907 und 1908 unter der Leitung von Stadtbaurat Hans Erlwein entstand und mit seiner Höhe fast an die der Frauenkirche heranreichte. Doch auch die älteren Bauten wie der Gasometer I spielten eine Schlüsselrolle, bevor sie im 20. Jahrhundert teilweise dem Fortschritt weichen mussten. Das erhaltene Fundament ist somit ein Zeugnis der frühen Ingenieurskunst und der urbanen Expansion Dresdens.

Heute ist das Gelände der ehemaligen Gasanstalt Reick Teil eines kulturellen und historischen Ensembles, das auch den Gasbehälter II (1892) umfasst – eine der ersten selbsttragenden Stahlbetonkonstruktionen Europas. Dieser wurde später zum Panometer, einem interaktiven Panoramabild, umfunktioniert. Das Fundament des Gasometers I steht in direkter Nachbarschaft zu diesen historischen Bauten und verweist auf die enge Verbindung von Technik, Stadtentwicklung und industrieller Geschichte im Elbtal. Für Besucher bietet es einen Einblick in die technische Ära, die Dresden zu einer der fortschrittlichsten Städte des 19. Jahrhunderts machte.

Als Teil des kulturellen Erbes Dresdens lädt das Fundament dazu ein, die Spuren der industriellen Vergangenheit zu erkunden. Es verbindet sich mit anderen bedeutenden POIs wie dem Panometer oder den Werksbauten des frühen 20. Jahrhunderts und zeigt, wie sich die Stadt durch technische Innovationen prägte. Besonders für Geschichtsinteressierte und Technikbegeisterte ist es ein faszinierender Ort, um die Entwicklung der Energieversorgung und urbanen Infrastruktur nachzuvollziehen – ein Stück Dresdner Geschichte, das unter der Erde weiterlebt.

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