Friedensbrunnen
Highlights
- Der Friedensbrunnen ist einer der ältesten Brunnen Dresdens und steht seit 1616 auf dem Jüdenhof.
- Ursprünglich befand er sich am Neumarkt und erhielt nach dem Dreißigjährigen Krieg eine Friedensinschrift.
- Heute ziert eine Kopie der Bellona-Skulptur die Brunnenmitte, nach einer Restaurierung 1969.
Tipps
- Der Friedensbrunnen befindet sich auf dem Jüdenhof westlich des Neumarkts, direkt vor dem Verkehrsmuseum Dresden.
- Der achteckige Sandsteinbrunnen mit Rosettenverzierung und lateinischen Inschriften ist eines der ältesten Brunnenmonumente der Stadt.
- Ursprünglich als Türkenbrunnen mit Kriegsgöttin Bellona gewidmet, erinnert er heute an den Frieden nach dem Dreißigjährigen Krieg.
Eigenschaften
Über Friedensbrunnen
Der Friedensbrunnen, auch bekannt als Türkenbrunnen, zählt zu den historischen Sehenswürdigkeiten Dresdens und ist einer der ältesten Brunnen der Stadt. Er steht auf dem Jüdenhof, westlich des Neumarkts, direkt vor dem Eingang des Johanneums, in dem sich heute das Verkehrsmuseum Dresden befindet. Die zentrale Lage in der Dresdner Altstadt macht ihn zu einem markanten kulturhistorischen Zeugnis der Stadtentwicklung.
Der aus Sandstein gefertigte Brunnen besteht aus einem achteckigen Becken mit einem Grundriss von 4,5 mal 4,5 Metern. Die Beckenseiten zieren drei achtstrahlige Rosetten, und das gesamte Becken ist von einem Granitsteig umgeben. In der Mitte des Brunnens thront eine achteckige Säule mit einem viereckigen Podest. An der Säule befindet sich eine wasserspeiende Maske sowie ovale, leicht gewölbte Reliefs mit lateinischen Inschriften. Auf dem Podest steht die Statue der Kriegsgöttin Bellona, die nach 1683 die ursprüngliche Friedensgöttin Eirene ersetzte. Die Tiefe des Brunnens beträgt 1,4 Meter, und an der Rückseite des Beckens ist ein Auslaufrohr mit einer flachen Vertiefung im Granit zur Wasserentsorgung angebracht.
Die Geschichte des Friedensbrunnens reicht bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück. Ursprünglich an der Ostseite des Neumarkts errichtet, bestand der Brunnen zunächst aus einem Holz- und später aus einem Steinröhrenkasten. 1616 entwarf Johann Friedrich Steger den achteckigen Brunnentrog. Ursprünglich war eine Statue des Samson mit einem wasserspeienden Löwen geplant, die jedoch aus Kostengründen und aufgrund fehlender Einigkeit im Stadtrat nicht realisiert wurde. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erhielt der Brunnen 1649/50 durch Christoph Abraham Walther eine Skulptur der Friedensgöttin Eirene sowie eine lateinische Inschrift, die den Frieden feiert.
Nach dem sächsischen Sieg gegen die Türken am Kahlenberg wurde 1683 die Statue der Eirene durch die Kriegsgöttin Bellona von Conrad Max Süßner ersetzt. Damit veränderte sich auch die Aussage des Brunnens: Statt des Friedens wurde nun der Kriegesruhm gefeiert, weshalb der Brunnen fortan auch als Johann-Georgen-Brunnen oder Türkenbrunnen bekannt war. 1866 erfolgte aufgrund der Errichtung eines Denkmals für König Friedrich August II. auf dem Neumarkt der Umzug an den heutigen Standort. In den Jahren 1960 restaurierte der Bildhauer Egmar Ponndorf den Brunnen und setzte eine Kopie der Plastik auf.