Pfarramt Emskirchen
Highlights
- Das Pfarramt Emskirchen beherbergt eine Kirche mit spätromanischem Turm aus dem 13. Jahrhundert und Markgrafenstil-Bau von 1790.
- Die Kirche verfügt über eine 1965 erbaute Orgel (Opus 2114) und bewahrte 1917 zwei historische Glocken vor der Einschmelzung.
- Rollstuhlgerechter Parkplatz und eine 1705/06 erbaute Hugenotten-Friedhofskirche (Aufstehungskirche) ergänzen das Angebot.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Parkplatz ermöglicht einen einfachen Zugang zum Pfarramt und zur Kirche.
- Die spätromanische Turmstruktur aus dem 13. Jahrhundert bietet einen historischen Einblick in die Baugeschichte der Pfarrei.
- Die Orgel aus dem Jahr 1965 mit späterer Überholung 2000 stellt ein technisch und künstlerisch wertvolles Instrument dar.
Eigenschaften
Kultur & Sakrales in Emskirchen: Pfarramt erkunden
Die Pfarrei wird erstmals 1156 urkundlich erwähnt, doch bereits in karolingischer Zeit stand an dieser Stelle vermutlich eine Eigenkirche der fränkischen Bevölkerung. Der spätromanische Kirchturm aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts ist das älteste erhaltene Bauteil der heutigen Kirche und diente ursprünglich als Chorraum. Nach dem verheerenden Dreißigjährigen Krieg wurde das oberste Turmgeschoß 1658 neu gestaltet, und 1766 entstand an der Ostseite die Sakristei.
Der markante Bau im sogenannten „Markgrafenstil“ entstand um 1790 nach Plänen des Architekten Johann Gottlieb Riedel aus Bayreuth. Er integriert Teile einer älteren Südmauer und prägt bis heute das Ortsbild. Besonders auffällig ist der Altar aus der gleichen Epoche, der durch seine zentrale Kanzel und die seit 1963 aufgesetzte Orgel besticht – eine seltene Kombination, die in vielen Kirchen so nicht zu finden ist. Die Orgel selbst wurde 1965 von der Firma Steinmeyer erbaut und 2000 grundlegend renoviert, um ihren Klang und ihre Technik zu erhalten.
Die Geschichte Emskirchens ist eng mit der Kirche verbunden. Der Ortsname leitet sich vermutlich vom Siedlungsführer „Embicho“ ab, dessen Kirche bereits im 10. Jahrhundert bestand. Die Glocke von 1874 und eine kleinere aus der Friedhofskirche überstanden 1917 die Abgabe für Kriegszwecke dank ihres künstlerischen Werts. Erst 1924 wurden neue Glocken angeschafft, die 1969 durch moderne ersetzt wurden. Neben der Hauptkirche erinnert die 1705–1706 erbaute Auferstehungskirche (ehemals Friedhofskirche) an die Hugenotten, die hier nach ihrer Vertreibung aus Frankreich Zuflucht fanden.
Das Pfarramt selbst ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein historisches Zentrum des Gemeindelebens. Das heutige Gemeindehaus entstand 1846/47 und dient bis heute als Treffpunkt für Veranstaltungen und kirchliche Feiern. Besonders das Margaretenfest, das an die Heilige Margareta von Antiochia erinnert, hat eine jahrhundertealte Tradition. Die Kirche bewahrt zudem Relikte aus dem Kloster Birkenfeld, das 1275 von Burggrafen Friedrich III. von Nürnberg gegründet wurde und dessen Grabdenkmäler bis heute verehrt werden.
Mit einem Google-Rating von 3,4 Sternen und einem rollstuhlgerechten Parkplatz bietet das Pfarramt Emskirchen nicht nur spirituelle Orientierung, sondern auch barrierefreie Zugänglichkeit. Als heilsamer Ort verbindet es Geschichte, Architektur und Gemeinschaft – ein Ort, der Besucher zum Verweilen einlädt und die Verbundenheit mit der Region spürbar macht.