Peterskirche
Highlights
- Die Peterskirche in Erfurt ist eine romanische Pfeilerbasilika und ehemalige Klosterkirche des Benediktinerklosters St. Peter und Paul.
- Seit 1820 diente das Gebäude als preußisches Proviantlager, bis es in den 1990er Jahren zu einem Ausstellungsraum umgebaut wurde.
- Heute gehört die Kirche zur Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und beherbergt zeitweilig Ausstellungen wie „Paradiesgärten“.
Tipps
- Die Peterskirche liegt zentral auf dem Petersberg und bietet einen guten Ausblick über die Erfurter Innenstadt.
- Im Inneren sind beeindruckende romanische Wandmalereien sowie Ausstellungen zur Gartenkunst zu sehen.
- Für Veranstaltungen und Führungen ist eine Voranmeldung empfehlenswert, insbesondere bei Spezialangeboten wie der TimeRide.
Eigenschaften
Über Peterskirche
Die Peterskirche in Erfurt zählt zu den bedeutendsten sakralen Bauten der Stadt und ist ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Architektur. Auf dem Petersberg gelegen, erhebt sich das Gebäude als ehemalige Klosterkirche des Benediktinerklosters St. Peter und Paul. Ursprünglich im 12. Jahrhundert als dreischiffige romanische Pfeilerbasilika errichtet, folgte sie damals den Bauprinzipien der Hirsauer Reform. Die Kirche diente als Zentrum eines einflussreichen Klosters, das aufgrund seiner Lage in unmittelbarer Nähe zur Pfalz mehrfach deutsche Kaiser und Könige beherbergte.
Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Peterskirche verschiedene Funktionen und Umbauten. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde sie zeitweise als evangelische Kirche genutzt. Im 19. Jahrhundert erfolgte ihre Umwandlung in ein Magazin und später ein Militärlager durch preußische Truppen. Dabei wurden zahlreiche ihrer ursprünglichen Bauteile entfernt oder verändert, darunter die charakteristischen Osttürme. Erst in den 1990er Jahren wurde das Gebäude als kultureller Veranstaltungsort neu belebt und diente bis 2016 als Ausstellungsraum für das Erfurter Forum Konkrete Kunst. Seitdem gehört es zur Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.
Ein besonderes Highlight ist der Erhalt ältester Wandmalereien in Thüringen, darunter eine Kreuzigungsszene und Heiligenfiguren aus dem 13. Jahrhundert. Auch eine Ritzzeichnung am Querhaus, vermutlich aus dem späten Mittelalter, ist erhalten geblieben. Die Architektur und die monumentalen Steinquadern der Außenwände verdeutlichen den hohen baugeschichtlichen Wert des Gebäudes. In jüngerer Zeit wurde die Kirche im Zuge der Bundesgartenschau 2021 teilweise saniert und ist nun auch für kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen nutzbar.
Die aktuelle Nutzung der Peterskirche als Ort kultureller und gartenhistorischer Präsentation knüpft an ihre klösterlichen Wurzeln an. Themenschwerpunkte wie die klösterliche Gartenkultur sowie die Darstellung historischer Paradiesgärten verbinden sakrale Architektur mit landschaftsgestalterischem Erbe. Besucher erhalten so einen Einblick in die vielschichtige Geschichte des Ortes – geprägt von Macht und Politik, Zerstörung und Wandel. Die Kirche gewährt zudem einen weiten Blick über die Erfurter Innenstadt bis hin zum Domplatz und lädt damit zur Verweildauer ein.