Hubbelrather Bachtal
Highlights
- Das Hubbelrather Bachtal ist das höchste Naturschutzgebiet Düsseldorfs und erstreckt sich bis 140 Meter über dem Meeresspiegel.
- Es beherbergt über 55 Vogelarten sowie seltene Pflanzen wie Fieberklee und Klee Widderchen in naturnahen Feuchtwiesen und Buchenwäldern.
Tipps
- Wanderwege führen durch Feuchtwiesen, Buchenwälder und entlang kleiner Bäche – ideal für Naturerlebnisse.
- Aussichtspunkte bieten Panoramablicke auf das Bergische Land und Düsseldorf bis zur Düssel.
- Galloway-Rinder weiden in den naturnahen Landschaften und ergänzen das Bild der regionalen Tierwelt.
Eigenschaften
Über Hubbelrather Bachtal
Das Hubbelrather Bachtal liegt im nordrhein-westfälischen Erkrath und gehört zum Kreis Mettmann. Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet, das sich auf einer Höhe von bis zu 140 Metern über dem Meeresspiegel erstreckt und östlich der Landeshauptstadt Düsseldorf liegt. Mit dem benachbarten Sandberg, der etwa 170 Meter hoch ist, befindet sich in unmittelbarer Nähe die höchste Erhebung Düsseldorfs. Die Landschaft des Bachtals wurde durch natürliche Prozesse wie Bodenerosion geprägt, wodurch sich der Hubbelrather Bach sowie seine Nebenflüsse Rotthäuser Bach und Stinderbach tief in das Gelände eingeschnitten haben. Diese Seitentäler, regional auch als „Siepen“ bezeichnet, sind charakteristisch für den Naturraum des Bergischen Landes.
Das Schutzgebiet überzeugt durch seine landschaftliche Vielfalt: Feuchtwiesen, Kleingewässer, Buchenwälder und naturnahe Uferzonen prägen das Bild des Tals. Diese Lebensräume bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Raum zum Gedeihen. Unter den dort vorkommenden 55 Vogelarten sind unter anderem Eisvogel, Wasseramsel, Habicht und Waldwasserläufer. Auch verschiedene Schmetterlingsarten sowie die seltene Winterlibelle finden hier geeignete Lebensbedingungen. Die Pflanzenvielfalt umfasst insgesamt 317 Arten, darunter seltene Gewächse wie der Fieberklee und das Echte Mädesüß. In den feuchten Tallagen wachsen beispielsweise Schlüsselblumen und Sumpfdotterblumen. Die Ufer des Baches sind von natürlichen Erlen-Eschenwäldern gesäumt, die zur Renaturierung einzelner Abschnitte erhalten und gefördert werden.
Geologisch gesehen bestehen die auffallend geschichteten Felswände des Tals hauptsächlich aus Tonschiefer aus dem Devon, der vor Hunderten von Millionen Jahren entstand. Diese Gesteinsschichten zeugen von einer Zeit, in der die Region südlich des Äquators lag und von einem urzeitlichen Meer bedeckt war. Auf den steilen Hängen und ehemaligen Steinbruchflächen wird das Grundgebirge sichtbar. Die westliche Talflanke ist durch Ablagerungen aus der Eiszeit geprägt, während die östliche Seite stärker ausgeweht wurde und heute bewaldet ist. Landwirtschaftliche Nutzung findet vor allem auf der flacheren Westseite statt, wo Lössablagerungen fruchtbare Böden bilden. Auf den feuchten Wiesen grasen Galloway-Rinder, eine robuste Rinderrasse, die sich an die kargen Bedingungen gut angepasst hat.
Das Hubbelrather Bachtal gilt als eine der schönsten Naturzonen im Raum Düsseldorf und ist besonders für Wanderungen, Joggen und Mountainbiken geeignet. Die Wege führen entlang des Baches durch schattige Wälder, an Tümpeln vorbei und über sanfte Hügel. Eine bekannte Wanderstrecke verläuft von Gut Mydlinghoven aus südlich entlang des Baches in Richtung Erkrath. Die Gegend lädt durch ihre Ruhe und Abgeschiedenheit zum Verweilen ein, bietet aber auch aufgrund der landschaftlichen Schönheit und der Artenvielfalt einen hohen Erholungswert. Dennoch besteht durch die geplante Erweiterung der Düsseldorfer Zentraldeponie die Gefahr, dass Teile dieses Naturraums zukünftig beeinträchtigt werden könnten.