Theater

Wilhelmtheater

Demianipl. 2, 02826 Görlitz

Highlights

  • Das Wilhelmtheater in Görlitz wurde 1889 nach Plänen von Gerhard Röhr erbaut.
  • Es bot Platz für bis zu 2000 Zuschauer und wurde später als Kino und Varieté genutzt.
  • Nach der Wende wurde es in den 1990er Jahren als Theater am Karstadt fortgeführt, bevor es 2001 abgerissen wurde.

Tipps

  • Bargeld sollte an der Bar bereitgehalten werden, da andere Zahlungsmittel nicht akzeptiert werden.
  • Sanierungsbedarf ist vorhanden, dennoch bleibt das Ambiente des historischen Theaters erhalten.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Familie Kulturell Ganzjährig

Über Wilhelmtheater

Das Wilhelmtheater in Görlitz zählt zu den historischen Kulturstandorten der Stadt im sächsischen Oberlausitzkreis. Errichtet Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Gelände des ehemaligen Theaters im Kaiser-Garten, wurde das Gebäude nach Plänen des lokalen Architekten Gerhard Röhr erbaut und eröffnete nach einem Jahr Bauzeit. Benannt nach Kaiser Wilhelm I., bot das Haus mit dem beeindruckenden Kaisersaal Platz für bis zu 2000 Zuschauer und verfügte über mehrere kleinere Räume sowie ein großzügiges Gartenrestaurant.

In den frühen Jahren diente das Wilhelmtheater als Aufführungsstätte während der Sommerpause des Stadttheaters, daneben fanden Konzerte, Bälle und gesellige Veranstaltungen statt. Um die Jahrhundertwende wurde das Gebäude umgebaut und fungierte zeitweise als Varieté- und Lichtspielhaus. In den 1930er Jahren wurde es um das Varieté und Kabarett Scala erweitert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus modernisiert und unter dem Namen Karl-Marx-Klubhaus des VEB Waggonbau Görlitz in der DDR-Zeit weiter genutzt, zunächst für politische Zwecke, später erfolgte eine teilweise Wiederherstellung der ursprünglichen Ausstattung.

Mit dem Ende der DDR wurde das Gebäude in den 1990er Jahren erneut als Theater genutzt, zunächst unter dem Namen Theater am Karstadt (TAK). Der ehemalige Kaisersaal wurde zeitweise von einer Bankfiliale und später von der Technikabteilung des Kaufhauses Karstadt genutzt. Trotz öffentlicher Proteste und Bemühungen der Denkmalpflege wurde das Gebäude im Jahr 2001 abgerissen, um Platz für ein neues Einkaufszentrum zu schaffen. Heute erinnern nur noch Bilder und zeitzeugnerische Berichte an die einstige Pracht des Theaters.

Das Wilhelmtheater verkörpert eine wichtige Station der Görlitzer Theatergeschichte und steht exemplarisch für den Wandel der kulturellen Nutzung in der Stadt. Von einem repräsentativen Spielstättenbetrieb über die Zeit des Kinos bis hin zur politischen Nutzung in der DDR spiegelt das Schicksal des Hauses die gesellschaftlichen Veränderungen wider. Die Erinnerung an das Theater lebt weiter – sowohl in der Stadtgeschichte als auch im Interesse der Görlitzer Bürgerinnen und Bürger.

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