Hohenover
Highlights
- Das Gebäude wurde 1783 erweitert und zählt heute zu den Baudenkmalen in Hamm.
- Am 1. August 2022 wurde es durch einen Brand schwer beschädigt, die Zukunft des Hauses ist ungewiss.
Tipps
- Das Herrenhaus ist besonders für seine historische Architektur und das Wappen der Familie zur Heiden über der Haustür sehenswert, trotz baulicher Schäden noch gut zu erkennen.
- Aufgrund der beschädigten Decken und Sicherheitsbedenken wird empfohlen, nur die zugänglichen Bereiche im Erdgeschoss zu besuchen und nicht in obere Etagen vorzudringen.
Eigenschaften
Über Hohenover
Hohenover ist ein historisches Herrenhaus im Stadtteil Hamm-Uentrop der Stadt Hamm im Kreis Soest, Nordrhein-Westfalen. Ursprünglich als Wasserschloss und Rittersitz erbaut, zählt es heute zu den bedeutenden Kulturdenkmälern der Region. Der Name des Anwesens leitet sich vermutlich von seiner Lage auf einem hohen Ufer der Ahse ab. Hohenover gehört zu den bereits im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnten Rittergütern des Kirchspiels Dinker.
Das erhaltene Gebäude ist ein zweigeschossiger Backsteinbau mit schlichter, aber denkmalgeschützter Architektur. Es verfügt über Eckpilaster, ein pfannengedecktes Walmdach und Sprossenfenster mit stichbogigen Abschlüssen sowie hölzernen Blockzargen und Fensterläden. Teilweise wurden die Fenster im Laufe der Zeit verändert oder zugemauert. Vor der Hoffassade befindet sich ein Treppenpodest mit einem schmiedeeisernen Gitter, das die Initialen „Z H B“ sowie die Jahreszahl 1783 zeigt. Über der Haustür ist das Wappen der Familie zur Heiden angebracht, das mit der Umschrift „Quieti dedicatum“ datiert ist.
Die Geschichte des Anwesens reicht weit zurück. Bereits in der Karolingerzeit soll es als Lehen vergeben worden sein. Im 14. Jahrhundert gelangte es in den Besitz der Adelsfamilie von Galen, die es über mehrere Generationen hinweg bewohnte. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte Hohenover mehrfach den Eigentümer, unter anderem an die Familien Bodelschwingh, von Waldheim genannt Potgießer, von Ossenbruch, von Neheim, zur Heiden, von Fürstenberg-Herdringen und schließlich an die Familie Blanke/Böning, die es bis heute besitzt.
Im Jahr 2022 wurde das Gebäude bei einem Brand schwer beschädigt. Dabei wurden das Haupthaus sowie die Wirtschaftsgebäude stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Wirtschaftsgebäude mussten aufgrund der Brandschäden abgerissen werden, während das Herrenhaus notgesichert wurde. Ein Schadensgutachten zur Beurteilung des weiteren Zustands des Haupthauses wurde zeitnah erstellt, um die Grundlage für mögliche Sanierungsmaßnahmen zu schaffen. Besucher berichten von eindrucksvollen Eindrücken trotz der Schäden, insbesondere von den gewölbten Decken im Erdgeschoss, die noch immer die ursprüngliche bauliche Substanz erkennen lassen.