Klein St. Martin
Highlights
- Klein St. Martin war eine historische Pfarrkirche in Köln, die bis zur Säkularisation 1802 Bestand hatte.
- Das Kirchenschiff wurde 1824 abgerissen, der gotische Turm jedoch erhalten und später wieder aufgebaut.
- Die Kirche lag am Heumarkt und war Teil des Kölner Rheinpanoramas.
Tipps
- Der Turm von Klein St. Martin ist ein markantes Wahrzeichen am Kölner Rheinufer und bietet orientierende Aussichtsmöglichkeiten entlang der historischen Stadtachse.
- Die ehemalige Kirche lag zentral zwischen Heumarkt und Neumarkt, ideal gelegen für einen Rundgang durch das historische Köln.
- Architekturinteressierte finden im Turm ein Beispiel gotischer Baukunst, das als Teil des Kölner Stadtbildes des 16. Jahrhunderts einzigartig ist.
Eigenschaften
Über Klein St. Martin
Der Turm von Klein St. Martin zählt heute zu den markanten Zeugnissen der Kölner Stadtgeschichte und prägt das Stadtbild in der Innenstadt. Ursprünglich Teil einer Pfarrkirche, die erstmals urkundlich im Mittelalter erwähnt wurde, ragt der Turm heute isoliert am ehemaligen Kirchenstandort auf. Die Kirche selbst wurde im Zuge der Säkularisation geschlossen und um die Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen. Allein der Turm blieb erhalten, da er seit dem 17. Jahrhundert die Glocken der benachbarten Kirche St. Maria im Capitol aufgenommen hatte.
Die ursprüngliche Kirche stand in unmittelbarer Nähe zur alten römischen Stadtmauer und war eng mit der Entwicklung der Kölner Rheinvorstadt verbunden. Sie war eine fünfschiffige Hallenkirche mit gotischem Knickhelm und zählte zu den bedeutenderen Pfarrkirchen der Stadt. Ihre Ausstattung und ihr äußeres Erscheinungsbild spiegelten den wachsenden Einfluss der Pfarrgemeinden in Köln wider. Die Kirche verfügte sogar über ein eigenes Wahlverfahren für den Pfarrer, was auf ihre besondere Stellung innerhalb der Kölner Kirchenlandschaft hinweist.
Im Verlauf der napoleonischen Säkularisation wurde die Kirche 1802 aufgelöst, das Kirchengebäude später verkauft und für weltliche Zwecke genutzt. Aufgrund seiner baulichen Mängel wurde es schließlich abgerissen, während der Turm als städtebaulich und kulturell bedeutsam bestehen blieb. Während des Zweiten Weltkriegs brannte der Turm aus, wurde jedoch später im Rahmen des Wiederaufbaus rekonstruiert. Dabei erhielt er einen neuen, stumpfen Helm in Form einer niedrigen Pyramide, der sich deutlich von der ursprünglichen gotischen Form unterscheidet.
Heute steht der Turm von Klein St. Martin als Zeuge vergangener Baugeschichte und städtebaulicher Entwicklung mitten im historischen Stadtkern. Auf seiner Spitze thront eine Wetterfahne mit der Darstellung des Heiligen Martin von Tours, gefertigt von Elmar Hillebrand. Der Turm gehört zum Kulturerbe des Kölner Rheinpanoramas und bildet weiterhin ein charakteristisches Element des Stadtbildes zwischen Heumarkt und Neumarkt. Seine Lage zwischen Pipinstraße und Augustinerstraße macht ihn zu einem markanten Orientierungspunkt in der Kölner Innenstadt.