Gedenktafel Synagoge
Highlights
- Die Synagoge in Jever wurde 1938 während des Novemberpogroms von Nationalsozialisten zerstört.
- Hermann und Julius Gröschler, die letzten Vorsteher der Synagogengemeinde, wurden später Opfer der NS-Verfolgung.
Tipps
- Besuch während der Öffnungszeiten (Do 15–18 Uhr, Fr 11–14 Uhr, Apr–Okt auch Sa 11–14 Uhr) für freien Eintritt und informative Dauerausstellung zur jüdischen Geschichte in Jever.
- Audiogeführte Stadtrundgänge und Biographien jüdischer Einwohner bieten vertiefende Einblicke vor Ort.
Eigenschaften
Über Gedenktafel Synagoge
Die Gedenktafel Synagoge in Jever erinnert an die zerstörte Synagoge der jüdischen Gemeinde, die einst ein zentrales Bauwerk des geistigen und kulturellen Lebens der Region war. Das Gelände, auf dem die Synagoge stand, beherbergt heute das GröschlerHaus, ein Ort der Erinnerung und Bildung, der sich der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte sowie der Zeitgeschichte der Region widmet. Es liegt im Landkreis Friesland im Bundesland Niedersachsen und gilt als wichtiger kultureller Anlaufpunkt für Besucher*innen, die sich mit der Vergangenheit und den Spuren jüdischer Lebenswelt in Nordwest-Niedersachsen auseinandersetzen möchten.
Die Synagoge von Jever wurde ursprünglich 1802 errichtet und 1880 durch einen repräsentativen Neubau ersetzt, der weithin als architektonisches Highlight galt. Während der Novemberpogrome 1938 wurde das Gebäude von Nationalsozialisten niedergebrannt, ein Ereignis, das symbolisch für die systematische Zerstörung des jüdischen Lebens in der Stadt steht. Gleichzeitig wurden zahlreiche jüdische Männer aus Jever in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Areal in ein ziviles Gebäude umgewandelt, bevor 2014 an gleicher Stelle das GröschlerHaus eröffnet wurde.
Die Dauerausstellung des GröschlerHauses umfasst rund 160 Quadratmeter und dokumentiert die Geschichte der Juden in Jever von der Emanzipation über die Zeit der nationalsozialistischen Verfolgung bis hin zur Nachkriegszeit. Teil der Ausstellung sind auch die erhaltenen Gebäude der ehemaligen Mikwe und der jüdischen Schule, die den Abriss der Brandruine überstanden haben. Neben historischen Biografien, Fotos und Dokumenten werden auch aktuelle gesellschaftliche Themen wie Flucht, Rassismus und die Geschichte der Sinti und Roma aufgegriffen. Das GröschlerHaus fungiert dabei nicht nur als Museum, sondern auch als außerschulischer Lernort und Veranstaltungsraum für Bildungsarbeit.
Der Name des Hauses ehrt die Brüder Hermann und Julius Gröschler, die zuletzt Vorsteher der jüdischen Gemeinde waren und trotz ihrer herausragenden Rolle im öffentlichen Leben durch die NS-Verfolgungspolitik radikal aus dem gesellschaftlichen Leben gedrängt wurden. Beide wurden später deportiert und kamen im KZ um. Ihre Geschichte ist untrennbar mit der jüdischen Gemeinde von Jever verbunden und wird im GröschlerHaus gewürdigt.
Das GröschlerHaus ist Teil des Netzwerks „Erinnerungsorte in Friesland“ und eng verbunden mit dem Schlossmuseum Jever. Es bietet regelmäßig Führungen, Vorträge und Bildungsangebote an und lädt dazu ein, die komplexe Geschichte der Region mit all ihren Facetten zu verstehen. Die Gedenktafel an der Synagoge ist somit nicht nur ein Zeugnis der Zerstörung, sondern auch ein Mahnmal für die Verantwortung, Erinnerung wachzuhalten und Geschichte für zukünftige Generationen lebendig zu erhalten.