Museum

GröschlerHaus

Große Wasserpfortstraße 19, 26441 Jever

Highlights

  • Das GröschlerHaus in Jever erinnert an die jüdische Geschichte der Region Friesland und Wilhelmshaven.
  • Es zeigt eine Dauerausstellung zur Emanzipation, Verfolgung und Nachkriegszeit der Jeverschen Juden.
  • Das Zentrum befindet sich auf dem Gelände der 1938 zerstörten Synagoge und ist Teil der Erinnerungsorte in Friesland.

Tipps

  • Das GröschlerHaus bietet eine Dauerausstellung zur jüdischen Geschichte Jevers mit Fokus auf Emanzipation, NS-Zeit und Nachkriegszeit.
  • Interessierte können Fundstücke der 1938 zerstörten Synagoge sowie Dokumente und Biografien jüdischer Einwohner entdecken.
  • Das Haus ist Donnerstags 15–18 Uhr, freitags 11–14 Uhr und samstags im April bis Oktober ebenfalls geöffnet, Eintritt frei.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über GröschlerHaus

Das GröschlerHaus in Jever ist ein bedeutender kultureller und geschichtsträchtiger Ort im Landkreis Friesland, Niedersachsen. Es dient als Zentrum für jüdische Geschichte und Zeitgeschichte der Region Friesland sowie Wilhelmshavens. Errichtet auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge von Jever, die während des Novemberpogroms 1938 zerstört wurde, erinnert der Name des Hauses an Hermann und Julius Gröschler, die letzten Vorsteher der jüdischen Gemeinde vor der nationalsozialistischen Verfolgung. Das GröschlerHaus ist somit nicht nur ein Museum, sondern auch ein Erinnerungsort, der die komplexe Geschichte der jüdischen Gemeinschaft vor, während und nach der NS-Zeit dokumentiert.

Die Dauerausstellung im GröschlerHaus erstreckt sich über eine Fläche von rund 160 Quadratmetern und vermittelt in anschaulicher Weise die verschiedenen Phasen der jüdischen Geschichte in Jever: von der Emanzipation im 19. Jahrhundert über die Zeit der nationalsozialistischen Verfolgung bis hin zur Nachkriegszeit. Besondere Bedeutung kommt dabei den erhaltenen Gebäuden der ehemaligen Mikwe und der jüdischen Schule zu, die in die Ausstellung integriert sind. Auch Fundstücke der zerstörten Synagoge sowie biografische Einzelgeschichten jüdischer Bürger Jevers tragen zur emotionalen und sachlichen Nähe zur Geschichte bei. Die Ausstellung ist nicht nur für Erwachsene von Interesse, sondern wird auch von Schulklassen als außerschulischer Lernort genutzt.

Das GröschlerHaus ist Teil des Netzwerks „Erinnerungsorte in Friesland“ und eng verbunden mit dem Schlossmuseum Jever. Es wird ehrenamtlich vom Arbeitskreis GröschlerHaus betreut, der sich aus Mitgliedern des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins e.V. zusammensetzt. Neben der Dauerausstellung bietet die Einrichtung regelmäßig wechselnde Ausstellungen sowie Veranstaltungen zu aktuellen Themen der Zeitgeschichte an. Dazu gehören beispielsweise Vorträge über die Sinti und Roma oder die Auswirkungen des Kolonialismus in der Region. Auch der Austausch mit zeitgenössischen Themen wie der Flucht und Vertreibung wird gezielt gefördert, um historische und gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar zu machen.

Ein besonderes Angebot des GröschlerHauses ist der Audio-Stadtrundgang, der Besucher auf die Spuren des Pogroms vom November 1938 in Jever führt. Dieser Rundgang ermöglicht es, die Geschichte vor Ort zu erfahren und die Dimension der damaligen Ereignisse nachzuvollziehen. Auch die Internetzeitschrift des Hauses bietet interessierten Besuchern und Forschenden weiterführende Artikel, Materialien und biografische Informationen. Das GröschlerHaus ist somit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch eine wichtige Bildungsstätte, die zur Auseinandersetzung mit Geschichte und Menschenrechten einlädt.

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